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Villinger Kulturerbe verkaufen aus Geldnöten? Welche Gebäude der Stadt Millionen bringen könnten
Das „Alte Kaufhaus“ in der Rietstraße 8 und ein weiteres Gebäude stehen womöglich bald zum Verkauf. Ämter müssten dann aber ihre Büros räumen und umziehen.
Das „Alte Kaufhaus“ in der Rietstraße 8 und ein weiteres Gebäude stehen womöglich bald zum Verkauf. Ämter müssten dann aber ihre Büros räumen und umziehen.
Die Stadt Villingen-Schwenningen (Baden-Württemberg, Deutschland) prüft angesichts angespannter kommunaler Finanzen den Verkauf markanter Immobilien im Innenstadtbereich als Sparmaßnahme.
- Die Stadtverwaltung schlägt vor, das Gebäude Rietstraße 8 – auch bekannt als „Altes Kaufhaus“ – zu verkaufen.
- Zusätzlich steht ein weiteres städtisches Gebäude (Josefsgasse 7) zur Debatte, das ebenfalls verkauft werden könnte.
- Durch diese Verkäufe erhofft sich die Kommune Einnahmen in Multi-Millionenhöhe, um den Haushalt zu entlasten.
Damit ein Verkauf möglich wird, müssten städtische Büros in den betroffenen Gebäuden geräumt werden. Vorgesehen ist, dass die Mitarbeitenden in das VHS-Gebäude am Münsterplatz umziehen, sobald dort Kapazitäten frei werden.
Der Vorschlag wurde der Gemeinderatssitzung vor dem Hintergrund der schwierigen Finanzlage der Stadt präsentiert. Konkrete Verkaufspreise oder Zeitpläne für die Transaktionen wurden bislang nicht öffentlich gemacht
Quelle: SÜDKURIER
Rietstraße 8
Das sogenannte Alte Kaufhaus wurde 1727 ursprünglich als Heilig-Geist-Spital erbaut. Im Jahr 1825 erfolgte die Umnutzung zum städtischen Kaufhaus. Es handelt sich um einen repräsentativen, freistehenden Barockbau mit drei massiven Geschossen und einem Walmdach. Die Anlage ist U-förmig angelegt und besteht aus drei Flügeln. Im Hauptflügel zur Rietstraße befindet sich ein mittig angeordneter Doppelarkadendurchgang, während sich die beiden rückwärtigen Seitenflügel zum Münsterplatz hin erstrecken.
Josefsgasse 7
Der ehemalige Klosterhof des Kloster St. Blasien präsentiert sich als repräsentative Gebäudegruppe aus verputzten Massivbauten, die durch eine Hofmauer mit hölzernem Wehrgang entlang der Josefsgasse miteinander verbunden sind. Haus Nr. 7 ist ein dreigeschossiger Satteldachbau mit einem seitlich angesetzten breiten Steinerker, der von einem geschweiften Dach bekrönt wird. Das Gebäude wurde urkundlich im Jahr 1663 errichtet, wobei spätgotische Bauteile – darunter eine Schulterbogentür zum Wehrgang – wiederverwendet wurden. Im Inneren finden sich Kreuzgratgewölbe.
Das Gebäude Nr. 7/1 ist im Kern ein zweigeschossiger, traufständiger Satteldachbau, der später um einen gestuften Zwerchgiebel ergänzt wurde. Ein hofseitiger Anbau wurde 1897 aufgestockt. Im Inneren haben sich Stuckdecken aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erhalten.
Die spätmittelalterliche Hofmauer mit hölzernem Wehrgang und Schlüsselscharten stammt aus dem frühen 16. Jahrhundert. Südlich davon befinden sich Reste der alten Hofummauerung aus Bruchstein, die vermutlich aus dem 17. Jahrhundert datieren. Es handelt sich insgesamt um eine Sachgesamtheit von besonderer historischer Bedeutung.