Eigentlich ist es unverständlich, dass Oswalt und die Potsdamer Linksradikalen so gegen die Garnisonkirche gewettert haben. Denn inhaltlich wird das Haus, was zu erwarten war, doch genau mit dem geschichtspolitischen Ideologiesubstrat gefüllt, das von den Kirchengegnern vertreten wird.
Ich denke, Leute wie dieser „Professor“ sind da wesentlich fundamentalistischer. Dass da ein bisschen zeitgeistig-linksliberal auf woke gemacht wird in der Kirche interessiert ihn nicht. Es ist immer noch ein kirchlich genutzter Raum, es steht immer noch die Institution Kirche (im weiteren Sinne) dahinter, es ist immer noch (äußerlich) Barock, es ist immer noch preußisch. All das macht es in seinen Augen zutiefst verdächtig. Er lebt in seiner zutiefst ideologisierten, abgeschotteten Welt. Hinter jedem Baum lauert ein Nazi, der das vierte Reich errichten möchte. Mit Argumenten kommt man gegen dieses pathologische Verhalten und Denken nicht mehr an. Und weil seine Schlagworte heute trotzdem oder gerade so zeitgeist-affin sind, bekommt er entsprechend „Sendezeit“. Finanziert wird der Kokolores, den er von sich gibt, vom deutschen Steuerzahler. Er hat also viel Zeit und viel Geld um seine ganz persönlichen Neurosen zu pflegen, die wohl auch familiärer Natur sind. Ich denke aber auch, dass er langsam aber sicher den Zenit überschreiten wird - genau eben weil ja ideologisch gar nicht viel zwischen seiner Geisteshaltung und der Haltung der Garnisonkirchenbetreiber passt. Viele, die das medial verfolgen, werden sich angesichts der gebauten Tatsachen, der Ausstellungen und Veranstaltungen fragen, was denn der alte Herr eigentlich noch will. Es läuft sich tot.
Was für mich persönlich zählt: der Kirchturm steht (fast) wieder. Die ideologische Vereinnahmung durch bigotte, „pseudo-diverse“ Leute aus Kirche und Kultur ist nicht schön, allerdings auch wenig überraschend und kann man aus der Ferne doch einigermaßen ignorieren. Eine Spielwiese des autoaggressiven Gutmenschentums, die in den nächsten Jahren immer weniger Rückhalt (und Geld) haben wird.
Schaun wir mal, ob wir aber nicht vielleicht doch auch mal einen „Tellkamp Moment“ erleben werden, wenn die Realitäten immer näher an diesen arroganten Gutfühl-Blasen einschlagen werden.
Und nein, lieber von Salza, was wäre auch nur ein Grund sich zurückzuhalten? Diese Leisetreterei, diese scheiß Angst davor, einmal seinen Mund aufzumachen ist unter anderem ein Grund warum dieses Land heute da ist wo es ist - nämlich auf einem abgesägten Ast im freien Fall.