Ich muss zugeben, da bin ich tatsächlich auch ein wenig (viel?) Dieter-Wieland-geschädigt. Ich bin mit seinen Filmen aufgewachsen, hab diese bereits als Kind gesehen (weil mein Vater jeden Sonntag 'Unter unserem Himmel' laufen hatte und hat) und seine Sicht der Dinge ist mir (bis auf wenige Ausnahmen die ich anders sehe) in Fleisch und Blut übergegangen, da bin ich sehr puristisch unterwegs. Deshalb auch eine erhöhte Sensitivität oder wie du schreibst "immer äußerst kritisch und anspruchsvoll"
und ja wahrscheinlich ist die Kritik nicht immer angemessen, da man nur einen Blick auf den Rest der Baurepublik (oder eben zum Nachbarn Tirol) werfen muss, um zu sehen, dass es sehr viel schlechter geht, da relativiert sich diese Hypersensivität auch gleich wieder. Sehr wahrscheinlich unterscheidet sich da unsere Auffassung auch, was man als "traditionell" bezeichnen kann, was gerade noch geht, und was nicht mehr dem "Kanon" entspricht.
Beiträge von thommystyle™
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Der letzte Absatz stimmt in Bezug auf das oberbayrische Voralpenland überhaupt nicht... in den ländlichen Gegenden, in denen ich regelmäßig unterwegs bin - im Isarwinkel, in Murnau, im Werdenfelser Land, gibt es strenge Gestaltungssatzungen und es wird geschätzt zu 90% traditionell gebaut.
Um so besser! So ganz kann ich mir die 90% - auch aus eigener Anschauung - nicht vorstellen, denn, was heißt traditionell? Ein Balkon macht noch keinen Sommer. Die Zerstörung seit den 1960er ist außerdem immens...
Mal auf die schnelle, wie heute gebaut wird:
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Echte Tiroler oder bairische Balkone sind schon „stilprägend“- und zwar wirklich international - oft leider auch im negativen Sinne.
Die Bilder die unter dem Link zu finden sind, gehen doch recht häufig in Richtung „Jodlerstil“.
Es findet auch hier eine Polarisierung statt - man beachte die Bilderserien im APH zu Tirol, die man aber so auch fast eins zu eins aufs bayerische Voralpenland übertragen könnte - Abrisse und Verstümmelung en masse, und ab zu dann doch jemand der traditioneller bauen will, aber dann gleich wieder in die andere Richtung komplett ausschlägt… Gute, maßstäbliche Neubauten sind selten. -
Sehr gute Meldung aus dem thüringischen Rudolstadt: Das baugeschichtlich bedeutende Gebäude in der Mangelgasse 11 wird saniert.
Markantes Haus in Rudolstadts Mangelgasse wird saniert
Mangelgasse11 rudolstadtZ thomas / CC BY-SA (Creative Commons — Attribution-ShareAlike 3.0 Unported — CC BY-SA 3.0)
3 Jahre später hats einen Preis dafür gegeben:
Wo Rudolstadts Altstadt schöner wurdeBeispielhafte Sanierungsvorhaben in der Innenstadt gewürdigt: Das sind die Preisträger.www.otz.de -
Das Humboldtforum scheint sich zu einem wahren Hotspot zu entwickeln, wenn es darum geht, "das Zusammenleben [zwischen den Kulturen] täglich neu auszuhandeln".
Berlin-Mitte: Messerangriff am Humboldt Forum – 25-Jähriger schwer verletzt, Täter flüchtig - WELTDie Polizei ermittelt erneut nach einer Messerattacke am Humboldt Forum: Ein 25-Jähriger wurde schwer verletzt. Es ist der dritte Vorfall binnen vier Wochen –…www.welt.de -
Interessiert aber so langsam auch niemanden mehr.
Was aber auch für potentielle Gastgeber gilt: In Eichstätt gibts gerade von St. Walburg ein (!) Angebot. Ansonsten dort tote Hose. Scheints nichts zum sehen zu geben...

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hier noch der Link zur Originalpublikation, für das einfache herunterladen:
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Genau an das musste ich auch denken!

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...Und wie du uns dankenswerterweise mitgeteilt hast, findet da ja schon eine kleine Maßnahme statt.
Trotz dass man schon so viel erreicht hat gibts aber in der ganzen Residenz noch wahnsinnig viele "Baustellen"....Da gäbe es noch ganz andere Kaliber. (Die Cäcilienkapelle wäre vielleicht so ein Prunkstück,...
Aber klar, alles nur träumerische Gedankenspiele.
ZitatWas die generelle Bereitschaft der jetzigen Verantwortlichen zu weiteren Rekonstruktionen betrifft, so glaube ich täuschst du dich - es wird ja immer wieder mal was kleineres rekonstruiert und es gibt auch für die Zukunft einige Gedanken.
Zwar keine Rekonstruktion, aber hoffentlich ein erster Schritt
:In dem Raum der ehemaligen Cäcilienkapelle wird nun an genau diese mit einigen einfachen, gemalten/photographischen "Dekorstückerl" erinnert:
Bayerische Schlösserverwaltung auf Instagram: "✨ In der Residenz München könnt ihr seit geraumer Zeit ein lange verlorenes Raumkunstwerk erleben: Ab sofort kann im Bereich der Ostasiensammlung eine museale Nachschöpfung der Cäcilienkapelle aus dem 18.…324 likes, 6 comments - schloesserverwaltung.bayern am February 4, 2025: "✨ In der Residenz München könnt ihr seit geraumer Zeit ein lange verlorenes…www.instagram.comGroßartig, so wird dieser Raum grundsätzlich wieder ins Bewusstsein gehoben und wer weiß, vielleicht findet sich ja irgendwann wieder eine potente Stiftung, die die vollständige Wiederherstellung ermöglicht.

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Eigentlich ist es unverständlich, dass Oswalt und die Potsdamer Linksradikalen so gegen die Garnisonkirche gewettert haben. Denn inhaltlich wird das Haus, was zu erwarten war, doch genau mit dem geschichtspolitischen Ideologiesubstrat gefüllt, das von den Kirchengegnern vertreten wird.
Ich denke, Leute wie dieser „Professor“ sind da wesentlich fundamentalistischer. Dass da ein bisschen zeitgeistig-linksliberal auf woke gemacht wird in der Kirche interessiert ihn nicht. Es ist immer noch ein kirchlich genutzter Raum, es steht immer noch die Institution Kirche (im weiteren Sinne) dahinter, es ist immer noch (äußerlich) Barock, es ist immer noch preußisch. All das macht es in seinen Augen zutiefst verdächtig. Er lebt in seiner zutiefst ideologisierten, abgeschotteten Welt. Hinter jedem Baum lauert ein Nazi, der das vierte Reich errichten möchte. Mit Argumenten kommt man gegen dieses pathologische Verhalten und Denken nicht mehr an. Und weil seine Schlagworte heute trotzdem oder gerade so zeitgeist-affin sind, bekommt er entsprechend „Sendezeit“. Finanziert wird der Kokolores, den er von sich gibt, vom deutschen Steuerzahler. Er hat also viel Zeit und viel Geld um seine ganz persönlichen Neurosen zu pflegen, die wohl auch familiärer Natur sind. Ich denke aber auch, dass er langsam aber sicher den Zenit überschreiten wird - genau eben weil ja ideologisch gar nicht viel zwischen seiner Geisteshaltung und der Haltung der Garnisonkirchenbetreiber passt. Viele, die das medial verfolgen, werden sich angesichts der gebauten Tatsachen, der Ausstellungen und Veranstaltungen fragen, was denn der alte Herr eigentlich noch will. Es läuft sich tot.
Was für mich persönlich zählt: der Kirchturm steht (fast) wieder. Die ideologische Vereinnahmung durch bigotte, „pseudo-diverse“ Leute aus Kirche und Kultur ist nicht schön, allerdings auch wenig überraschend und kann man aus der Ferne doch einigermaßen ignorieren. Eine Spielwiese des autoaggressiven Gutmenschentums, die in den nächsten Jahren immer weniger Rückhalt (und Geld) haben wird.
Schaun wir mal, ob wir aber nicht vielleicht doch auch mal einen „Tellkamp Moment“ erleben werden, wenn die Realitäten immer näher an diesen arroganten Gutfühl-Blasen einschlagen werden.Und nein, lieber von Salza, was wäre auch nur ein Grund sich zurückzuhalten? Diese Leisetreterei, diese scheiß Angst davor, einmal seinen Mund aufzumachen ist unter anderem ein Grund warum dieses Land heute da ist wo es ist - nämlich auf einem abgesägten Ast im freien Fall.
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Habt Ihr die 70er-Jahre in München miterlebt? Ich schon, und deswegen ist für mich der Olympiaturm eine Ikone unserer Kindheitszeit.
Mein Vater hats miterlebt. Eigentlich "a Bua vom Land", hat er vom Ende der 60er bis Anfang der 80er dort gewohnt. Für ihn die beste Zeit seines Lebens. Er bekommt immer ganz leuchtende Augen wenn der davon erzählt. (Der immer stärker werdende Zuzug aus Nord- und Ostdeutschland ab Anfang der 90er hat ihm diese Stadt dann aber vergällt, weshalb er seitdem nur noch selten dort war bzw. wenn er unbedingt musste.) Von daher kann ich die Nostalgie schon nachvollziehen. Man kann ja auch über alte Serien, Sendungen, Reportagen, Bildbände etc erahnen, dass es eine äußerst dynamische Zeit war in einer "jungen" aber doch noch typischen Stadt.
Architektonisch konnte da noch so große "Sch**´ßarchitektur" entstehen, da aber alles neu war und alles neue geliebt wurde, hatte man da größtenteils gar kein so kritisches Sensorium bzw. es hat einen auch überhaupt nicht interessiert.
Als Nachgeborener kann ich da nüchterner drauf blicken.
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Was für eine Lebensfreude, was für eine Aufbruchstimmung hat es 1968 gegeben!
Aufbruchstimmung in den Abgrund. Das, was wir heute erleben wäre nie ohne diese "Aufbruchstimmung" zustande gekommen. Eine nostalgische Verklärung dieses seichten Geträllere mag verständlich sein, aber letztlich war das schon der Tanz auf dem Vulkan.
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Ich hoffe ja immer noch, dass die Aktionsgemeinschaft Schauspielhaus vor Gericht noch was reißen kann und die Dom-Römer Koalition mit ihrem unwürdigen, undemokratischen Verhalten ordentlich eins auf den Deckel bekommt.
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Mit dem Römer-Turm "Langer Franz" scheint es etwas voran zu gehen.
Aus dem Artikel:
ZitatWie der Magistrat jüngst feststellte, sei dies dann der Schlussstein der neuen Altstadt.
…endgültig! und danach sollen uns die Rekonstruktionsfreunde bloß vor weiteren Ideen verschonen und endlich Ruhe geben…
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Deutschland 2024: Bilder aus der dritten Welt…
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Gerade in GB gibt’s aber genügend Städte wie Gelsenkirchen.

Das dachte ich auch als ich das gelesen habe. Da brauchen sie eigentlich nicht weit zu fahren.
Ich würde sogar sagen dort, gibt es noch viel mehr „Gelsenkirchens“, „Pforzheims“, „Ludwigshafens“ und co -
Was soll man da wieder sagen...
Zum davonlaufen… wenn man in München wenigstens einen Plan hätte, wie in Paris, konzentriert an einer Stelle Hochhäuser zu bauen, irgendwo weit draussen, in Riem von mir aus, dann gern auch höher als 100 m. Aber so wird jetzt peu á peu über die Jahre die ganze Stadt vollgeschissen mit diesen Glaskisten. Immerhin wird sich da noch an die 100m gehalten obwohl dazu schon lang kein Zwang mehr besteht. Aber das wird dann auch eine Frage der Zeit sein, bis man auch innenstadtnah davon abweicht…
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Ich denke auch, sehr wichtig für die Stadt ist vor allem, dass der Turm wiedererrichtet wurde. Die linken Kleingeister, die ihrer ideologischen Verblendung von Architektur und Städtebau im menschlich-ästhetischen Sinne keine Ahnung haben und lieber eine Schrottimmobilie erhalten wollen würden, haben zumindest beim Turm nicht obsiegt. Der Zeitgeist kann und wird sich wieder ändern (Geduld!) und der vielen hohlen Worte wird sich niemand erinnern, aber der Turm bleibt. Ich hatte einen Ziegel gespendet, sodass zumindest kein Geld direkt in irgendwas anderes als den Bau fließt.
Dass der Wiederaufbau von einem Zirkel aus der SPD(-nahen) Leuten maßgeblich (weiter) vorangetrieben wurde, halte ich sogar gewissermaßen für einen Glücksfall, da es sehr wahrscheinlich für andere Initiatoren keine politische Mehrheit gegeben hätte.Das Rechenzentrum muss noch weg, von mir aus erst auch mit einem nachfolgenden unbebauten (aber gestalteten) Grundstück, da hilft aber ausnahmsweise die Inflation und der fortschreitende, immer schlechter werdende Zustand. Da wird es auch bei der Klientel der Befürworter eines Erhalts immer schwieriger werden zu vermitteln, warum da noch (öffentliches) Geld in zweistelliger Millionenhöhe investiert werden sollte. Die Zuerkennung eines Denkmalwerts ist ja zum Glück bereits negativ beschieden worden.
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Ja, die Kapellen sind wirklich außergewöhnlich!
Weiß man da irgendwas genaueres darüber? die schauen ja zumindest von außen schon außergewöhnlich (prächtig) aus, soweit man das von dem Stich her beurteilen kann...