Beiträge von Loggia

    Ja, es ist so ein Zwischending, aber ich finde es durchaus viel besser wie das Nachkriegs-Notdach.

    Original hatte es ja Giebel mit aufwendigen Skulpturen, das wäre heutzutage schwer herstellbar und vermutlich recht teuer...zudem wäre dann das Dachgeschoß fast ohne Beleuchtung; so wie jetzt kommt recht viel Licht rein und es ist nutzbar.

    Ja, das mit dem Sperrmüll ist nochmal eine andere Nummer. Bei den Matratzen denke ich, daß die per Internet eine neue Matratze gekauft haben, und ihnen die Entsorgung per Sperrmüll zu teuer/aufwendig ist. Manche schleppen ihre Matratzen und kaputten Stühle auch zum Glascontainer, so eine halbherzige Entsorgung ist da schon noch versucht. Aber es gab auch schon Matratzen einfach so auf dem Gehweg, das sind dann die richtigen Ärsche. Und dann noch die Messies, die über "ra-bäh, ra-bäh" nie hinausgekommen sind und alles um sich verstreuen müssen. Die Pizzaschachteln - die waren während der Coronazeit ein arges Problem, das ist jetzt wieder sehr zurückgegangen - sind leider schlecht zu entsorgen, weil die in kaum einen Mülleimer passen, weder in Berlin noch in Norditalien, und wenn die neben den Mülleimern abgelegt werden, nehmen der nächste Windstoß oder die nächste Krähe die mit. - Eine ganz üble Vermüllerei habe ich heute in den Tagesspiegelkommentaren gelesen, es wurden Flaschensammler beobachtet, die mit den Dreikantschlüsseln die hängenden Mülleimer unten öffneten (wie es zum Leeren gemacht wird), so daß der ganze Müll auf den Boden fällt, und sich dann das Gewollte rausklaubten. - Aber bei einer WC-Ente fragt man sich schon, wie das in der Gegend herumgetragen wurde - das muß doch wohl jemand aus einem Plastikmüllcontainer gezogen haben??

    Bei mir auf der Ecke gibt es auch einen Altkleidercontainer, der ähnlich aussieht. Und auf einer Bank in der Nähe werden ab und an alte Kleider oder Plastikkram ausgelegt, "zu verschenken". Das wird auch immer mal durchwühlt. Es liegt mindestens zum Teil halt auch daran, daß die Leute nicht mehr "einfach wegwerfen" wollen, und andere Weitergabemöglichkeiten wie Auslegen am Container ihnen zu aufwendig sind.

    Königsbau: Ja, völlig richtig. Die "Glättung" der Fassaden wäre auch ohne Krieg gekommen. Ich denke, der Hang zur glatten Fassade fing schon früher an, z.T. schon in den 1920ern (da gab es mehrere unterschiedliche Architekturen, etwa "Expressionismus", "Heimatstil", "Metropolis" und die glatten "weißen Kuben"), als Platz für übergroße Werbetafeln geschaffen wurde. In den 1930ern brachen dann endgültig die Fensterbänder durch. -

    Wie ich gehört habe, gab es in den 1960ern, vielleicht auch noch 1970ern, Senatsprogramme zum Abkloppen des Stucks durch Studenten. Diese wurden von "das Haus in Ordnung halten" wollenden Hausbesitzern durchaus angenommen, zum Teil als Ausweis einer Modernisierung, zum Teil, weil Stuckteile so lose waren, daß sie bei Regen herunterfielen, und man sich die sehr viel teurere Stucksanierung sparen wollte, etwa zugunsten neu eingebauter Bäder.

    So um 2020 klebten Immobilienentwickler, die bei mir in der Nähe 2, 3 entstuckte Altbauten sanierten, einige jämmerlich unpassende Stuckleisten dran. Sieht halt kläglich aus, wie gewollt und nicht gekonnt.

    Oh, ein sehr bemerkenswertes expressionistisches Häuschen - die Säulen! Die Tür! Nur der Farbgebung traue ich nicht, die kommt mir seltsam vor mit diesem Hellblau und Weiß. Aber auf alle Fälle schön, daß der tolle Kiosk gerettet wurde.

    Ich habe mir die Bilder jetzt in groß angeschaut und den Artikel in Wikipedia nachgelesen, von wann der Bau eigentlich ist. Ihr habt recht, die wollen tatsächlich die Faschen stark verändern - mehr 1938 wagen, sozusagen, denn 1828 war man mit Fensterumrahmungen - zumal für Lagergebäude - doch wohl eher sparsam.

    Hm, daß die Fenster unten bis Bodentiefe geöffnet werden sollen, könnte sein, bei den Umrahmungen bin ich bis jetzt aber davon ausgegangen, daß deren Hervortreten nur durch die andere Beleuchtung zustandekommt. Das Rendering zeigt mA eine Beleuchtung, die es real nie geben wird, mit Tageslicht und so hellen Fenstern.

    Heute steht dort die russische Botschaft

    Aha. Die ist ja auch recht groß und repräsentativ. Lt. Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Russische_Botschaft_in_Berlin war das angeschlagene Hotel Bristol dem hergebrachten Palais Kurland, wo sich seit 1837 die russische Botschaft befand, benachbart, wurde nach Kriegsende zwecks Erweiterung dazugekauft, und dann der monumentale Botschaftsneubau begonnen, der erst Anfang der 50er fertig war.

    Ich wundere mich bei dem Foto von 46, daß die kleinen Linden noch stehen, denn soviel ich weiß, wurden in den unmittelbaren Nachkriegswintern ja so ziemlich alle Bäume für Brennholz gefällt, es gibt Bilder mit einem völlig kahlen Tiergarten, der in einen Kartoffelacker umgewandelt worden war. Danach wurden bereits während der Berlin-Blockade (1948-49) per Flugzeug Baumsetzlinge nach nunmehr West-Berlin gebracht, um den Tiergarten wiederaufzuforsten. Bremen tat sich dabei mit Spenden wohl besonders hervor, weshalb es seither im Tiergarten einen "Bremer Weg" gibt.

    Ob dieser Teil der "Linden" damals abgesperrt war?

    Ach ja, der Stuttgarter Fernsehturm - als ich ein Teenie war, war der bei den Landesnachrichten in 3. Programm eingeblendet... d.h. den jetzt 60+jährigen dürfte er wohl in ganz BaWü bekannt sein, aber den Jüngeren wohl eher nicht.

    Ja, die Herrnhuter Sterne sind die letzten Jahre wieder schwer in Mode, bei uns (Berlin Charlottenburg) hingen sie auf vielen Balkonen, und auf dem Weihnachtsmarkt am Schloß´Charlottenburg wurden kleine und große Exemplare verkauft. - Dieses Jahr sah man neu vor allem die großen (wie hier auf dem Bild), aber in rot.

    "Cube Berlin" gehört in die Baureihe "Dallas 1980". Das war die hohe Zeit der verspiegelten Glastürme.

    Die europäischen Gebäude in China sind seltsam, aber naja, wenns den Leuten gefällt. Es ist halt wohl so eine Art Tourismusattraktion (man muß nicht so weit fahren, um Bauten eines anderen Landes zu sehen), und als solche wohl eine französische Idee aus dem 19. oder sogar 18. Jahrhundert. Ich würde ja eher historische Hutong-Viertel mancherorts erhalten, wenn ich die Chinesen wäre - sie räumen ihre Altstädte radikal ab, wie es scheint. Überall Massen an Hochhäusern.

    Stimmt, bei 1:08 ist im Video die Vorderseite mit offenen Fenstern zu sehen. So weit hatte ich nicht geguckt. Demnach blieb es also nicht bei den geschlossenen Fenstern mit Lüftungsschlitzen. Erklären kann ich mir die aber nur damit, daß man das Haus vorübergehend als Speicher brauchte oder man durch die später folgende Innensanierung keinen Dreck und Krach machen wollte. Denn auf dem Video sieht die Fassade ja nach wie vor so aus wie auf dem Foto, und immer noch wie aus dem Ei gepellt.