Königsbau: Ja, völlig richtig. Die "Glättung" der Fassaden wäre auch ohne Krieg gekommen. Ich denke, der Hang zur glatten Fassade fing schon früher an, z.T. schon in den 1920ern (da gab es mehrere unterschiedliche Architekturen, etwa "Expressionismus", "Heimatstil", "Metropolis" und die glatten "weißen Kuben"), als Platz für übergroße Werbetafeln geschaffen wurde. In den 1930ern brachen dann endgültig die Fensterbänder durch. -
Wie ich gehört habe, gab es in den 1960ern, vielleicht auch noch 1970ern, Senatsprogramme zum Abkloppen des Stucks durch Studenten. Diese wurden von "das Haus in Ordnung halten" wollenden Hausbesitzern durchaus angenommen, zum Teil als Ausweis einer Modernisierung, zum Teil, weil Stuckteile so lose waren, daß sie bei Regen herunterfielen, und man sich die sehr viel teurere Stucksanierung sparen wollte, etwa zugunsten neu eingebauter Bäder.
So um 2020 klebten Immobilienentwickler, die bei mir in der Nähe 2, 3 entstuckte Altbauten sanierten, einige jämmerlich unpassende Stuckleisten dran. Sieht halt kläglich aus, wie gewollt und nicht gekonnt.