Beiträge von ulmus carpaticus
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Na ja was soll man sagen - hab das schon in natura gesehen. Sagen wir so: man kann damit auskommen. Es ist nicht so sehr dominant und nimmt immerhin auf die Form des Doms Bezug. Angesichts der in Linz grassierenden Blödheit ist das beinahe eine Wohltat.
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Unglaublich, was für eine Blütezeit kirchlichen Bauens, was für eine Zeit der religiösen Toleranz!
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Diese minimalen Zeitverschiebungen kann man mE analytisch außer acht lassen. Der Osten ist halt immer etwas weiter hinten. Bayern seh ich lang nicht so positiv wie Hollanda, siehe unzerstörte Städte wie Landshut oder Ingolstadt.
Probleme mit der Erhalt einer bereits modernen Stadt wie Halle mit Großstadtstrukturen mit überwiegend gründerzeitlicher Substanz sehe ich nicht.
Ich seh diese Problem schon, und wie! Gründerzeitlerabrisse ziehen sich doch wie ein roter Faden durch den Nachkriegsstädtebau.
Es zeigt, dass die Wiedervereinigung diesen negativen "Trend" noch rechtzeitig stoppen konnte.
Die DDR hatte grundsätzlich ihre Städte lange relativ intakt bestehen lassen, dh absolut nichts zu ihrem Erhalt getan. Damit entstand gegen ihr Ende zu ein ungemein hoher Verfall, gegen den sie wirtschaftlich nicht ankämpfen konnte. Da kam die Wende gerade recht. Im Westen war zudem ein Paradigmenwechsel eingetreten, da dort schon viel früher mit Abrissen und modernistischem Umbau begonnen worden war und man das triste Ergebnis dementsprechend gründlich satt hatte.
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Halle zeigt letztlich recht gut, wie sinnlos die britischen Bombardements waren (nämlich nicht bloß zu unterstellenden, sondern historisch erwiesenen Bezug der absichtlichen wie nachhaltigen Stadtbild- und Kulturvernichtung): schon die wenigen erhaltenen Großstädte waren in der Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs kaum erhaltbar. Trotz des einzuräumenden Umstands, dass Halle ungleich schöner ist als eine zerstörte und üblich dh übel aufgebaute Stadt stelle man sich ein Deutschland mit lauter unzerstörten, aber dementsprechend kaum wertgeschätzten Großstädten vor - wie viel noch viel umfassendere Flächenabrissen hätte es in Städten wie Halle, Magdeburg, Hannover, Kassel, Bielefeld, Leipzig, Hamburg etc gegeben- wohlgemerkt, wer mag es bezweifeln, durchaus auch im Westen? Wir reden jetzt nicht den schwersten kulturellen Verlusten im großstädtischen Bereich wie Frankfurt, Nürnberg, Braunschweig, wo die böse Saat zugegeben voll aufgegangen ist. Dass Hitler die Zerstörungen als für die für ihn notwendige Modernisierung als positiv erachtete, wird man nicht 1:1 auf die Meinung demokratischer Nachkriegspolitiker übertragen dürfen, wenngleich ein gewisser schaler Kern bleiben dürfte: eine dem wirtschaftlichen Denken bis zur grotesken Unsinnigkeit ("Exportweltmeister") verhaftete Mentalität wie die der Nachkriegsdeutschen oder generell (potentiell auch ohne Krieg) der Deutschen des XX. Jahrhunderts hätte in obgenannten Städten wohl weit mehr tabula rasa gemacht als es in Halle tatsächlich der Fall gewesen ist. Man betrachte bloß, wie sehr sich an sich die paar unzerstörten bzw weniger zerstörten Städte in NRW den Totalverlusten ähneln.
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ich habe es ja schon geschrieben - ich schätze den Augsburger Wiederaufbau viel höher ein als den in Danzig. Nämlich dann, wenn ich die Gesamtstadt betrachte.
Wir sind ja gar nicht auseinander. Niemand möchte einen "Wiederaufbau" à la Danziger Altstadt. Ich plädiere nur für das Danziger "Bürgerhausmodell", das in Augsburg perfekt gepasst und eine Wiederherstellung, uU sogar eine Verbesserung des überkommenen Altstadtbildes gewährleistet hätte. Ansonsten helfen die Vergleiche nicht viel, begonnen mit der unterschiedlichen Ausgangslage, nämlich viel stärkeren Zerstörungsgrades der Danziger Innenstadt. Ich meine nur, angesichts des Typus des Augsburger Bürgerhauses, giebelständig, schmal, profiliert, ohne viel Binnengliederung und Ornamentik, hätte sich die "Danziger Methode" der Straßengestaltung förmlich aufgedrängt. Dass wäre mE in etlichen Fällen so weit gegangen, dass Leute wie wir kaum einen Unterschied zwischen Neu und Alt gemerkt hätten.
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Gut, es ist der Hallorenring, aber dann weist er in diesem Abschnitt mittelalterliche Substanz auf. Und zu dieser bildete hinter dieser Substanz gelegene das Hochhaus einen ziemlich harten Kontrast. Worin liegt das Problem?
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Das mit dem Abräumen ist hier natürlich nicht gemeint, wer sollte so was wollen, aber die Errichtung von stilsicheren schmalen und relativ einfach gegliederten Bürgerhäusern, wie in Danzig erfolgt, hätte in Augsburg sehr gut gepasst. Auch wenn es keine Rekonstruktion ist.
Stattdessen hat man in Augsburg viel zu oft auf modernistische Lösung bzw auf völlige Missachtung gesetzt.
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Momenterl, nix Ironie, ich red von dem hier:

Das Hochhaus steht natürlich nicht in einer mittelalterlichen Gasse, aber ich hab von GassenFLUCHT geschrieben, die es beherrscht. Und das ist nicht der Hallorenring, sondern eine aus dem Stadtkern dorthin führende Straße.
Was die Frage betrifft, inwieweit das "reizvoll" war -
schwierig, und sicher nicht ohne Ambivalenz beantwortbar. Aber es passte zum Eindruck, den ich von Halle gewann - wild, ungepflegt, lieblos, aber mit einer gewissen Größe. Ich kann hollandas Fasziniertheit gut nachvollziehen.
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Das muß man alles im Kontext sehen, wenn ich der Karolienstraße eine 6 gebe, was gebe ich dann dem Breiten Weg in Magdeburg?
Dieser "Kontext" ist überhaupt nicht einleuchtend. Dass es zu allem und jedem etwas Schlechteres gibt, entweder real oder denkmöglich, liegt auf der Hand. Und die Note Nicht genügend umfasst eben "knapp daneben ist auch vorbei" bis "absolut nichts". Die Karolinentraße ist jetzt nicht so mies wie der Rathausplatz, sie hat eine gewisse Würde bewahrt, und ich würde hier deutlich milder urteilen, wenngleich ich Markussens Grimm sehr gut verstehe - es hätte einfach mehr drin sein müssen - so ein Straßenbild, so ein Ensemble.
Allerdings war der Vorkriegszustand eindeutig nicht mehr optimal, da zu sehr überladen:

Wir wollen jetzt keine Diskussion über Wert und Unwert des Historismus - wir wären froh, wenn das hier gezeigte historisch gewachsene Stadtbild heute so erhalten wäre, aber ohne Frage ist hier viel wertvolle Substanz bereits verdrängt worden, sodass ich mich an diesem Bild eigentlich nicht wirklich erfreuen kann. Mein Pech. Auf jeden Fall wäre hier ein Wiederaufbau à la Danzig unter der Einbindung der erhaltenen oder wiederherstellbaren Fassaden ein leichtes und überhaupt nicht kostspieliges Konzept gewesen zu einer in qualitativer Hinsicht völlig befriedigenden (ja den Vorkriegszustand verbessernden) Wiedergewinnung eines der bedeutenden Straßenräume Süddeutschlands. Diese Chance wurde, wie man sagen muss, nicht vollständig, aber doch teilweise verspielt.
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Ja, in Polen ist die Frage zwischen Rechts und Links eine Frage von Pest und Cholera, während eine Verständigung mit sagen wir tschechischen Patrioten durchaus möglich erscheint.
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Das liegt ganz einfach daran, dass ich den Rathausplatz, so wie er nach dem Krieg wiederaufgebaut wurde, seit Kindheitszeiten so und nicht anders kenne. Undenkbar, dass er anders wäre.
Nun, das liegt in der Natur der Sache. Und damit wäre der Nachkriegswiederaufbau sakrosankt.

Dieses Ensemble ist aus dieser Perspektive einfach nicht befriedigend. Es ist weniger die Asymmetrie, sondern der Umstand, dass die Peterskirche neben dem Rathaus einfach keine sinnvolle Platzwand ergibt und der Turm zu isoliert oder sogar verloren wirkt. Kein Architekt, schon gar nicht ein Genie wie E. H. hat das je so geplant.
Undenkbar, dass er anders wäre.
Nun, für Elias Holl war dieses "anders" nicht nur denkbar, sondern höchst real...
Früher war nämlich da kein "Rathausplatz", nur der linke Teil des Platzes existierte und war auf den Perlachturm gerichtet.

Auch hier sind Perlachturm und Rathaus zusammen nur aus der Schräge erlebbar.
So war dieses Ensemble gedacht:

Und außerdem braucht das riesige Rathaus doch eine große Fläche davor, damit man es gescheit sieht.
Nun, man könnte sagen: Komisch, dass es Holl dann gerade so hin gebaut hat, dass man es nicht gescheit sieht... Aber das stimmt nicht ganz, wenn man die Rückseite in Betracht sieht. Dort bildet sich nämlich ein sehr schöner und befriedigender Platz. Aber in dessen Mitte steht nicht dieses comische Diastema zwischen zwei großartigen Wahrzeichen.
Aber die Westseite ist einfach nur extrem gruselig mit diesem fürchterlichen Eckbau zur Steingasse und der Nachfolgebau für das Bäckerzunfthaus gibt einem dann den Rest...
Seh ich auch so. Aber zu meiner Zeit war es noch besser, zumindest was diese grauenvollen Eckbau betraf. Wie kann man nur?
Die Seite mit dem üblen Plakat an dem abgestuckten Gründerzeitler ist letztlich auch schwächelnd und eines Rathausplatzes nicht würdig.
Ich würde den Rathausplatz in summa daher als typisches Beispiel für den bundesdeutschen Wiederaufbau sehen: im Ganzen misslungen, vielleicht deutlich weniger als in anderen Städten, aber letztlich der Bedeutung der Wahrzeichenbauten und des Stadtbildes in toto nicht genügend. Das ist kein "Rathausplatz", sondern eine unmotivierte Leerfläche. Zum Glück hat Augsburg ganz andere Stadträume zu bieten.
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Dieses Steeg-Hochhaus in dieser mittelalterlichen Gassenflucht war mir seinerzeit ein Photomotiv.
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Das Hochhaus hier auch?

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Das ist er ohnedies.
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Das Stegerbräu wurde natürlich verbreitert. Dieser Maßnahme fiel das Nachbarhaus zum Opfer und damit die Gassenstruktur. Radstadt ist für mich eine Un-Stadt.
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Schwere Einbußen im ohnedies nur begrenzt reizvollen Bestand.
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ad Karstadt Hermanniplatz
Heimdall, das wär aber das erste Mal gewesen, dass der Rene was Sinnvolles für ein Stadtbild gemacht hätte... Irgendwie hätt ich nie an so was geglaubt. Lies mal nach unter Wien Länderbankgebäude.
"Im Sommer 2008 wurde es verkauft und zu einem Luxushotel umgebaut. Im Rahmen der Bauarbeiten ereignete sich am 18. November 2011 ein Großbrand, bei dem der historische Festsaal im ersten Stockwerk völlig zerstört wurde und der ebenerdige Kassensaal schwerste Schäden davontrug."
Darüber hinaus müssen in Berlin auch seltsame Vögel am Werk sein:
Ende August 2019 lehnten das Stadtentwicklungsamt Friedrichshain-Kreuzberg sowie das Stadtentwicklungsamt Neukölln das Neubauprojekt der Signa ab: „Zusammengefasst lässt sich festhalten, dass eine Entwicklung und Modernisierung des bestehenden Karstadtkomplexes im Zusammenhang mit der Neugestaltung des Herrmannplatzes durchaus begrüßenswert ist. Dabei sind die öffentlichen Interessen zu berücksichtigen und es sollten auch Konzepte mit einer Einbeziehung umliegender Akteure geprüft werden. Der Rückgriff auf das historische Haus mit all seinen Auswirkungen und ohne dass es noch einen inhaltlichen Zusammenhang zur Nutzung im Inneren hat, wird als äußerst kritisch bewertet und kann in dieser Form so nicht unterstützt werden.“
Na ja...
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Ja, das versteh ich schon. Aber wenn du dort wohnst, kriegst du immer mehr mit, wie sehr sich die Dinge überschneiden bzw auf indirekte Weise miteinander zu tun kriegen. Wien passt sich einfach mehr und mehr an, wird immer schäbiger.
Ansonsten tät ich mir sogar schwer, Wien "mondäner" als Prag zu bezeichnen.
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???
Ich wüsste nicht, was an Wien oder Paris weniger europäisch sein sollte.
Die aktuellen Einwohner vielleicht?