Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche von der Hardenbergstraße aus gesehen, 40er Jahre. So komplett sah sie doch am schönsten aus.
Berlin in alten Ansichten
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Der noch unzerstörte, aber bereits teilweise "modernisierte" Kurfürstendamm, um 1940
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Unter den Linden aus beiden Richtungen, auch ca. 1940


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Soso, wurden also um 1940 neue Linden angepflanzt (die sind ja noch sehr klein).
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Auf Wikipedia steht auch mancher Quatsch. So heißt es, das Hotel Bristol wäre 1944 vollkommen zerstört worden. Dabei sieht man es auf dieser Aufnahme von 1946 nur teilzerstört aber wiederaufbaufähig erhalten, einschließlich dem Gerippe der Kuppel. Wahr ist: Es wurde wie so viele andere Gebäude nach dem Krieg abgerissen. Heute steht dort die russische Botschaft.
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Heute steht dort die russische Botschaft
Aha. Die ist ja auch recht groß und repräsentativ. Lt. Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Russische_Botschaft_in_Berlin war das angeschlagene Hotel Bristol dem hergebrachten Palais Kurland, wo sich seit 1837 die russische Botschaft befand, benachbart, wurde nach Kriegsende zwecks Erweiterung dazugekauft, und dann der monumentale Botschaftsneubau begonnen, der erst Anfang der 50er fertig war.
Ich wundere mich bei dem Foto von 46, daß die kleinen Linden noch stehen, denn soviel ich weiß, wurden in den unmittelbaren Nachkriegswintern ja so ziemlich alle Bäume für Brennholz gefällt, es gibt Bilder mit einem völlig kahlen Tiergarten, der in einen Kartoffelacker umgewandelt worden war. Danach wurden bereits während der Berlin-Blockade (1948-49) per Flugzeug Baumsetzlinge nach nunmehr West-Berlin gebracht, um den Tiergarten wiederaufzuforsten. Bremen tat sich dabei mit Spenden wohl besonders hervor, weshalb es seither im Tiergarten einen "Bremer Weg" gibt.
Ob dieser Teil der "Linden" damals abgesperrt war?
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Bereits um 1940 waren viele der Gebäude am Kurfürstendamm - wie auch in ganz Berlin - "entschandelt" worden. So fehlt bereits oft der Fassadenschmuck oder auch die Kuppeln der Eckhäuser. Zum Vorteil hat das dem Stadtbild schon damals nicht gereicht, ganz im Gegenteil. Auf dieser Ansichtskarte wird das recht deutlich:
Ich glaube, dieses Vorgehen war eine Berliner "Spezialität". Weder aus Wien oder Paris ist mir derartiges - jedenfalls in dem Ausmaß - bekannt. Und man muss davon ausgehen, dass sich Berlin auch ohne Kriegszerstörung im letzten Jahrhundert im Sinne der "Modernisierung" erheblich gewandelt hätte. Warum man sich davor und danach freiwillig, ja absichtsvoll der eigenen Schönheit beraubte bleibt wohl ein Rätsel. Wahrscheinlich einfach Überdruss.
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Königsbau: Ja, völlig richtig. Die "Glättung" der Fassaden wäre auch ohne Krieg gekommen. Ich denke, der Hang zur glatten Fassade fing schon früher an, z.T. schon in den 1920ern (da gab es mehrere unterschiedliche Architekturen, etwa "Expressionismus", "Heimatstil", "Metropolis" und die glatten "weißen Kuben"), als Platz für übergroße Werbetafeln geschaffen wurde. In den 1930ern brachen dann endgültig die Fensterbänder durch. -
Wie ich gehört habe, gab es in den 1960ern, vielleicht auch noch 1970ern, Senatsprogramme zum Abkloppen des Stucks durch Studenten. Diese wurden von "das Haus in Ordnung halten" wollenden Hausbesitzern durchaus angenommen, zum Teil als Ausweis einer Modernisierung, zum Teil, weil Stuckteile so lose waren, daß sie bei Regen herunterfielen, und man sich die sehr viel teurere Stucksanierung sparen wollte, etwa zugunsten neu eingebauter Bäder.
So um 2020 klebten Immobilienentwickler, die bei mir in der Nähe 2, 3 entstuckte Altbauten sanierten, einige jämmerlich unpassende Stuckleisten dran. Sieht halt kläglich aus, wie gewollt und nicht gekonnt.
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Der Potsdamer Platz mit dem Palast-Hotel in den 30er Jahren
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Die heutige Vergleichsperspektive sieht man hier.
Man erkennt sofort, dass wir in den letzten hundert Jahren enorme ästhetische Fortschritte erzielt haben. Vor allem wirkt das Stadtbild heute viel farbiger und freundlicher.
(Ich setze sicherheitshalber einen Ironie-Smilie, sonst denken noch ein paar Forumsmitglieder, dass ich ein Troll vom Deutschen Architektur-Forum wäre...
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Und viel fältiger (evtl. auch zusammengeschrieben
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Es ist besonders tragisch, dass unsere Städte gerade zu jener Zeit zerstört wurden, als die "Moderne" sich durchsetzte. Eine Kontinuität der Schönheit war damit beim Wiederaufbau ausgeschlossen. Beim Potsdamer und Leipziger Platz hatte man die einmalige Chance, es besser zu machen als in der Nachkriegzeit, aber mit was für einem erbärmlichen Resultat. Berlins, ja Deutschlands größter städtebaulicher Flop des 20. Jahrhunderts.
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Blick auf den Potsdamer Platz in den 30er Jahren
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Eigentlich ein unharmonisches Konglomerat eigenwilliger Bauten mit einer Verkehrsführung, die - nach erstem Eindruck - der ordnenden Neuplanung bedurft hätte.
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Wirklich stimmig war es sicher nicht, aber doch sehr abwechslungsreich und durchaus passend zu Berlin, der Stadt, die sich schon damals ständig wandelte. Für genügend Schauwerte war jedenfalls gesorgt.
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Eigentlich zeigt das obige Foto vom Potsdamer Platz weg.
So war die räumliche Ordnung. Das Haus Vaterland mit der Eckkuppel ist oben rechts zu sehen:
https://i.pinimg.com/originals/8c/bf/c6/8cbfc669b5be71ef0395a80fd169a777.jpg
Die heutige Vergleichssituation sieht man hier oben. Das entsprechende Eckhaus rechts entspricht der Lage des Hauses Vaterland.
Hier noch ein bisschen zur Geschichte: https://www.trolley-mission.de/de/luftbild-po…latz-april-1959
(Auf dem zweiten Foto entspricht das Eckhaus rechts der Lage des Hauses Vaterland.)
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Heimdall: danke für den interessanten Link.