In Moskau wurde nach jahrzehntelangem Verfall eine Ikone der Avantgarde-Architektur, das Ende der 20er Jahre erbaute Narkofim-Kommunehaus, vom Enkel des Architekten saniert.
ZitatMoisey Ginzburg und sein Mitverfasser Ignati Milinis hatten Ende der zwanziger Jahre für das sowjetische Finanzministerium (das Volkskommissariat für Finanzen, abgekürzt Narkomfin) ein „Übergangshaus“ erbaut, dessen Duplex-Wohnzellen den privaten Raum zugunsten des gesellschaftlichen verkleinerten, zugleich aber über modernen Privatkomfort wie Bäder und Kleinküchen verfügten. Die Farbgebung des Bauhaus-Designers Hinnerk Scheper verwendete kühle Töne für Schlaf- und warme für Wohnräume, eine leuchtende Deckenkoloration diente zur optischen Raumerweiterung. Bezogen wurde das Haus nach seiner Fertigstellung 1931 dann aber von anderen Angehörigen der Sowjetelite wie dem Diplomaten Wladimir Antonow-Owsejenko, dem Gesundheitsminister Nikolai Semaschko und dem Maler Alexander Dejneka.
Narkomfin building 2020-07Svetlov Artem, CC0, via Wikimedia Commons