Ukraine (Allgemeines)

  • Im Zuge der Kämpfe zwischen Russland und der Ukraine ist das modernistische Derschprom-Gebäude in Charkiw beschädigt worden. Das Gebäude wurde 1925-1935 im Stil des Konstruktivismus errichtet und gilt als der erste Hochhausbau der Sowjetunion.

    Historisches Wahrzeichen in Charkiw bei russischem Angriff zerstört
    Bei einem Angriff in Charkiw wurde ein architektonisches Wahrzeichen aus den 1920er Jahren zerstört: das Derzhprom-Gebäude.
    www.gmx.net

    Hier eine Ansicht:

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    Eine recht interessante Doku über den Wiederaufbau von Mariupol, nun auch „Putingrad“ genannt. Neben vieler Sanierungen der teilzerstörten Plattenbauten sind neue, eher modernistische Blöcke hinzugekommen. In der Schule hängt fast in jedem Klassenzimmer ein Bild Putins, die Ästhetik an vielen Hochhäuser mit Gemälden von Soldaten ist eindeutig sowjetischer Natur…

  • Wobei die in dem Film gezeigten Neubaublöcke (zu sehen bei Minute 8:00) nur bedingt modernistisch sind, sondern im Gegensatz zu unseren deutschen Schachteln sogar regelrecht traditionell-neoklassiszistisch ausgeführt sind.

    Hier sieht man die Blöcke auch, die immerhin Gesimse und eine Erdgeschoss-Bossierung aufweisen:

    After months of bombing, Russia starts rebuilding Mariupol
    The reconstruction plan, due for completion in 2035, aims to support the narrative that Moscow has saved the Russian-speaking population from Ukrainian…
    english.elpais.com

    Es gibt aber auch richtig modernistische Neubauten, die ebenso in Deutschland stehen könnten:

    Ukraine war: Life in Mariupol under Russian occupation
    Russia captured Mariupol in May after a brutal siege. Now, it's trying to win hearts and minds.
    www.bbc.com
  • sogar regelrecht traditionell-neoklassiszistisch ausgeführt sind.

    Ja ein paar Gesimse sind zu sehen und unter manchen Fenstern gewisse Ornamente, aber es wirkt so plump gekünstelt, in keiner Weise gekonnt. Man möchte an den Stalinbarock anknüpfen, aber es ist letztendlich nicht mal ein Abklatsch dessen. Geschweige denn von den Pappwänden im Inneren…

    Das Theater wurde aber gut wiederaufgebaut wie im APH gezeigt wurde natürlich auch als politisches Vorzeigeobjekt.

  • Du darfst aber nicht übersehen, dass es eben auch eine weitgehend zerstörte Stadt ist, die erst seit dreieinhalb Jahren unter russischer Kontrolle ist. Und hier besteht eben ein großer Bedarf zur Lösung der Wohnraumfrage. Dass uns Westlern "plump gekünstelt" erscheinende Erscheinungsbild ist eigentlich ein häufiges Kennzeichen des modernen "Russenbarock". In diesem - sagen wir mal - unbefangenen Umgang mit Bauformen zeigen sich eben auch kulturelle Unterschiede zwischen West- und Osteuropa. Und das fängt schon in Polen oder Nordmazedonien an. Vor allem aber dürfen sich die Deutschen eigentlich gar nicht aus dem Fenster lehnen. Was hierzulande teils - unter den Bedingungen, dass es sich angeblich noch um ein reiches Land handele - an Wohnblocks gebaut wird, erübrigt eigentlich jeder Diskussion.

  • Letzte Nacht ist bei Luftangriffen auf Kiew auch das berühmte Höhlenkloster, ein UNESCO Welterbe, in Brand geraten und hat vermutlich erhebliche Schäden verursacht. Warum nur muss man immer Kulturdenkmäler in einen Krieg mit reinziehen?


    https://www.welt.de/politik/ausland/article6a2f35247e682fc37fbfa027/ukraine-krieg-hoehlenkloster-brennt-us-general-zieht-vergleich-zu-deutschen-angriffen-im-zweiten-weltkrieg.html?source=puerto-reco-2_ABC-V50.4.A_schlagzeilen_control#Comments


    https://www.zeit.de/news/2026-06/15/russland-griff-kiew-mit-raketen-an

  • Leider macht es für eine kleine Schicht eben immer Sinn, Kriege zu führen. Denn es gibt immer welche, die finanziell von Rüstung, Zerstörung und folgendem Wiederaufbau profitieren. Und meist sind das die Strippenzieher im Hintergrund.

  • 😢

    Kiewer Wahrzeichen brennt nach Drohenangriff – Russland weist Schuld von sich
    Russland hat die Verantwortung für den Beschuss des zum Unesco-Welterbe gehörenden Höhlenkloster in Kiew zurückgewiesen. Das Verteidigungsministerium in Moskau…
    www.mdr.de



    In Kriegen geht es immer um möglichst intensive nachhaltige Verletzungen, um die eigene Machtposition zu stärken, den Gegner klein zu machen und seine Forderungen durchzusetzen bzw. Territorien einzunehmen. Keine Rücksicht auf Verluste...Schwund gibt es überall. 🫩🙄

  • Einfach nur brutal und das nach gerade einmal 30 Jahren, als das Kloster schon damals Ruine war des Zweiten Weltkriegs aber…

    Die Kriegstaktik des „moral bombings“ also der gezielten Zerstörung von Denkmälern und Wohnhäusern in Mitteleuropa damals um die Moral der Bevölkerung zu brechen, wurde offenbar von Russland wieder zum Leben erweckt, damit die Ukraine irgendwann „kapituliert“. Es ist eben ein Zermürbungskrieg wie unter der Sowjetunion damals…

  • Mal ganz davon abgesehen, dass ich die Bombardierung von Kulturdenkmalen absolut ablehne...

    ...darfst Du nicht übersehen, dass die Ukraine seit Monaten Industrieanlagen bis sehr tief ins russische Innenland mit Drohnen beschießt. Putin steht mittlerweile in Teilen der russischen Politik in der Kritik, weil er darauf zu zurückhaltend, zu vorsichtig reagiert und mit zu wenig Biss den Sieg erringen würde. Es gibt einflussreiche Kreise, die eine weit härtere Gangart bevorzugen, um diesen endlosen Krieg zu beenden. Bis dahin ist ja die ukrainische Hauptstadt ja noch fast gar nicht beschossen worden. Und "Moral Bombing" wäre gar nicht notwendig, um diesen Krieg zu beenden. Das könnte auch mit einem Knopfdruck geschehen. Hieße der russische Präsident Netanyahu (und jetzt wird garantiert in diesem Thread mitgelesen), dann sähe Kiew jedenfalls längst aus wie Gaza. Und Selenskyi hätte sich neben Ali Chamenei betten können.

    Das bitte ich nur mal zu bedenken. Und ich hoffe immer noch auf Einsicht und Kompromiss auf beiden Seiten.