Frankfurt-Höchst (Galerie)

  • Nach langer Zeit wieder eine Fotogalerie von mir!

    Frankfurt-Höchst ist seit 1928 ein Stadtteil von Frankfurt und besitzt seit dem Untergang der Altstadt am Römer während des Zweiten Weltkriegs nun die einzige (fast*) original erhaltene Altstadt auf dem Gebiet der Stadt Frankfurt am Main.

    Höchst, frühes 17. Jahrhundert, mit Ochsenturm, Schloß, Maintor, Stadtbefestigung und Justinuskirche

    Seit der Jungsteinzeit ist das Gebiet besiedelt, unter römischer Zeit befand sich hier ein Kastell. 790 wurde zum ersten Mal das fränkische Dorf Hostat (hohe Stätte) im Llorscher Codex erwähnt. Im Gegensatz zu den meisten anderen Stadtteilen ist Höchst eine alte Stadt mit Stadtrecht seit 1355 durch Kaiser Karl IV. verliehen. Während des großen Stadtbrands 1586 wurde die Hälfte der Stadt zerstört. Bis zum Reichsdeputationshauptschluss 1803 gehörte Höchst zum Bistum Kurmainz. Seitdem zum Herzogtum Nassau, bekam Höchst bereits 1839 einen Bahnanschluss. 1863 wurden die Farbwerke Höchst, später auch als IG-Farben bekannt, gegründet. 1866 kam das ganze Rhein-Main-Gebiet an Preußen, gegen Widerstände der Bevölkerung. *Während des Zweiten Weltkriegs wurden zum Glück nur vier Altstadthäuser zerstört. Seit 1945 zum Freistaat Hessen gehörig.

    Beginnen wir unserem Rundgang durch die Altstadt am Schloßplatz.


    Die meiste Bebauung ist aus dem 18. Jahrhundert

    Rechts in der Straße Allmeygang befindet sich das alte Rathaus aus der Renaissancezeit von 1594/1595, errichtet durch den Baumeister Oswald Stupanus:

    Gegenüber, ein verputztes Fachwerkhaus des 18. Jh.





    Fortsetzung folgt

  • Weiter gehts in der Straße "Allmeygang". Die meiste Bebauung aus der Barockzeit:




    Nun mündet die Straße in die Hauptstraße, Bolongarostraße genannt:


    Bolongarostraße 166 aus dem 18. Jahrhundert. Das verschieferte Dach und das Zwerchhaus sind typisch für die Region:

    Nr. 160 ein mit Jugenstilornamenten verändertes verputztes Fachwerkhaus:


    Blick in einer der zahlreichen romantischen Höfe:

  • Wir folgen weiter die Bolongarostraße Richtung Osten:


    Nr. 156 ein prächtiges Fachwerkhaus aus dem 17. Jh.

    Sein Nachbar, an der Mündung der Straße "Nach dem Brand" stammt von 1526, an der Schwelle zwischen Spätgotik und Renaissance. Die geschosshohen Kreuzstreben sind ein Indiz für das hohe Alter ebenso die spätgotische, Tür. In den 1980er Jahren wurde es schließlich teilweise in dem Ursprungszustand rekonstruiert wie bei anderen Häusern welche wir uns später anschauen werden:



    Folgen wir nun der Straße Nach dem Brand . Wie der Name schon verrät, sind hier die meisten Häuser aus der Wiederaufbauzeit nach dem Stadtbrand 1586 entstanden:





  • Folgt man die Straße bis zum Ende, erkennt man gründerzeitliche Wohnanlagen:

    Biegen wir links in die Straße "Alt-Höchst" ein. Ein schmaler Jugendstilbau von 1906 fällt auf:

    Gegenüber die typische Bebauung des 18. Jahrhunderts:



    Einmündung zur Justinuskirchstraße (Wed):

    Wed 13, ein sehr schmuckes Renaissancehaus 1590 als Herrenhaus errichtet, der Giebel 1936 rekonstruiert:




  • Die Ostseite mit Eingang war eingerüstet:;

    Dahinter, zur Hofseite einer Gründerzeitlerzeile, ein Turmstumpf, womöglich ein Rest der mittelalterlichen Stadtmauer:

    Die gegenüberliegende Bebauung der Gasse namens "Wed" stammt wieder komplett aus der Wiederaufbauzeit des 18. Jh.




    Nördlich, jenseits der Altstadt, befindet sich der Höchster Markt mit dem Brüningbrunnen von 1910 in neoklassizistischen Formen:



  • Über die Justinuskirchstraße machen wir einen Abstecher in die gründerzeitliche Stadterweiterung:



    Das neobarocke Postamt von 1908:

    Schräg gegenüber die katholische Josefskirche. Sie wurde von 1907-09 vom Regierungs- und Baurat Richard Saran sowie der Frankfurter Architekt Hans Rummel. Die Außenwirkung erinnert doch eher an romanische Bauwerke im Rheinland, doch das Innere ist beeinflusst vom schlichten deutschen Jugendstil Darmstädter Schule:

    Eva K. / Eva K. - Eva K. / Eva K. GFDL 1.2



    Die Eingangshalle:




    Die Deckengemälde mit Gemälden Christi und den vier Evangelisten in Anlehnung an romanische Buchmalerei:



  • Ja da gebe ich dir recht! Hat eher (schlichte) Jugenstilformen oder Reformstil. Wikipedia liegt also nicht immer richtig;) Auch der Dehio ordnet ihm dem Jugendstil zu...

    Nahe zur katholischen Kirche liegt der Bahnhof. Bereits seit 1839 besteht ein Bahnanschluss! Das heutige Empfangsgebäude wurde 1920 fertiggestellt, nach Verzögerungen durch den ersten Weltkrieg.




  • Nun aber zurück in die Altstadt! Justinuskirchgasse Ecke Schleifergasse ein Bunker von 1942, vorher stand hier die alte Synagoge:



    Etwas weiter Richtung Süden, Fachwerkbauten des 18. Jahrhunderts:




    In den 60ern teilweise verunstaltete Altstadthäuser...





  • Ein letzter Blick in die Straße "Alt-Höchst":

    Nun sind wir in der Hauptstraße die wir Richtung Osten schlendern. Bolongarostraße 145 aus dem 18. Jh. mit typischen gut ausgebildeten "Mann-Figuren":


    Nr. 143 ein deutlich älteres Fachwerkhaus mit frühneuzeitlichen Kreustreben 1516 erbaut als Konventsgebäude der Antoniter. Der heutige Zustand nach Befunden 1994 rekonstruiert.


    Der steinerne Giebel erinnert nicht nur an das Dom-Römer-Viertel, sondern auch an Gebäude im Rheingau

    In der nördlich einmündenden Hilligengasse befinden sich einige verputze Fachwerkhäuser...