In Amsterdam wurde ein neues Holocaust-Mahnmal eingeweiht, unter Mitwirkung des Architekten Daniel Libeskind. In die Ziegel des Backstein-Bauwerks sind die Namen von 102 000 niederländischen Juden eingraviert, die von den Nazis deportiert und ermordet wurden.
ZitatDaniel Libeskind ergänzt mit dem Dutch Holocaust Memorial of Names sein Repertoire gebauter Gedenkorte mit Bezug zur jüdischen Geschichte nach Berlin, Ottawa oder etwa Ohio nun auch in den Niederlanden. Mit den Backsteinen nehmen die Planer Bezug zum baulichen Lokalkolorit, gleichzeitig erlaubt die elementierte Materialwahl, jedes Opfer einzeln zu würdigen. Die Steine tragen eine haptisch erfahrbare Gravur mit Namen, Geburtsdatum und Alter zum Zeitpunkt der Ermordung.
Die Menschen hinter den Lebensgeschichten hatten nie ein eigenes Grab. Der Ort des Gedenkens an der Weesperstraat ist dabei seinerseits geschichtsträchtig. In der Gegend im östlichen Stadtzentrum finden sich mehrere Denkmäler und Gebäude, die eng mit dem jüdischen Leben in Amsterdam verbunden sind. Vor dem Zweiten Weltkrieg waren hier nahezu alle Bewohner jüdischer Herkunft.
Steine des Gedenkens in Amsterdam - Holocaust-Mahnmal von Studio Libeskind