Heute vor 150 Jahren, am 5. Januar 1875, wurde die Opéra Garnier in Paris eröffnet. Damals haben Architekten der Nachwelt noch Geschenke gemacht.
https://de.wikipedia.org/wiki/Opéra_Garnier
![]()
Heute vor 150 Jahren, am 5. Januar 1875, wurde die Opéra Garnier in Paris eröffnet. Damals haben Architekten der Nachwelt noch Geschenke gemacht.
https://de.wikipedia.org/wiki/Opéra_Garnier
![]()
Das zur Weltausstellung 1900 erbaute Pariser Grand Palais wurde für rund 450 Mio. € generalsaniert.
ZitatIm Gegensatz dazu konnten sich Chatillon Architectes nun primär auf gestalterische und räumliche Fragen konzentrieren. Die Kosten des Vorhabens sollen rund 450 Millionen Euro für eine Fläche von 77.000 Quadratmetern betragen haben. Vier Jahre nahmen die Maßnahmen in Anspruch.
Chatillon Architectes stellten die ursprünglichen Sicht- und Bewegungsachsen wieder her und ergänzten neue Erschließungswege und Nutzungen. Dazu zählen ein zentraler Empfangsbereich, gastronomische Angebote inklusive Café und Restaurant, mehrere Museumsshops sowie Räume für die Kunstvermittlung.
Grand Palais in Paris - Sanierung von Chatillon Architectes
![]()
Entrance of the Grand Palais
DiscoA340, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons
Wer sich mehr über die Baugeschichte und Bautechnik des Louvres als für seine Ausstellungen interessiert, findet hier eine tolle Dokumentation von 2021. Einfach der Titel ist ein bisschen reisserisch und unpassend. Beispielsweise befindet sich hier der wohl älteste noch erhaltene Eisendachstuhl der Welt mit Oblicht. Er wurde während der französischen Revolution 1789 geschaffen. (ab 29:02)
Anbei ein Artikel zur Sanierung und Umwandlung eines 50er Jahre Parkhauses in ein Wohngebäude.
ZitatDie straßenseitige Fassade blieb in ihrer ursprünglichen Form bestehen und wurde durch eine dahinterliegende, wärmegedämmte Ebene zur Doppelfassade ergänzt. Der Sichtbeton erhielt einen weißen Anstrich, und die Brüstungsbänder mit schlichten Schiebeelementen wurden modernisiert. Die senkrechte Lärchenholzverkleidung der Aufstockung bildet einen markanten Kontrast zur weißen Straßenansicht mit ihren typisch breiten Fensterbändern der 1960er-Jahre.
"Leben Sie in Paris, mit Dortmunder Flair..." Das ist doch mal etwas anderes... ![]()
Anbei ein Artikel zur umfassenden Sanierung eines Bürogebäudes an der Avenue de Wagram.
ZitatDas Projekt mit dem Namen 135 Wagram befindet sich mitten im 17. Pariser Arrondissement, dessen Stadtbild von sechsgeschossigen Haussmann-Fassaden dominiert wird. Das Planungsteam erhielt den Auftrag von zwei Immobilienentwicklern, die in Paris hauptsächlich Büros im höheren Preissegment vermieten. Ziel war es, das in die Jahre gekommene Gebäude grundlegend zu modernisieren und Raum für zusätzliche Büros zu schaffen.
Travertin als Strukturstifter - Sanierung eines Bürohauses in Paris von Atelier Quinze Vingts
Weder vorher noch nachher passen ins Stadtbild. Oder täusche ich mich da?
Ja, aber einer Stadt wie Paris macht sowas nichts aus, im Gegenteil wirken hier solche Ausnahmen von der Regel geradezu erfrischend. Und es ist außerdem noch wesentlich besser als viele "moderne" Bauten in deutschen Städten, die so gar keine Beziehung zum älteren Bestand haben. Die Architektur der "Moderne" funktioniert in Einzelfällen und im Dialog (so wie z.B. im Berlin der 20er Jahre), in der Masse eben nicht.
Spannendes Infrastrukturprojekt welches im Grossraum Paris realisiert wurde: Eine 4.5 km Seilbahn um den notorisch überlasteten Pariser Nahverkehr zu entlasten.
Eine Reko in Paris? Jawohl und zwar bei der La Fourche Metrostation. Diese wurde nach einem Unfall in den 60er Jahren im damaligen Zeitgeist umgebaut und sah ziemlich trist aus. Nun wurde die ursprünglich im Stil des Art Nouveau erbaute Metrostation in den Originalzustand versetzt.
ZitatDie Arbeiten ermöglichten die exakte Nachbildung des typischen Nord-Süd-Zugangs, wie er ursprünglich angelegt war. Diese originalgetreue Restaurierung stellt den historischen architektonischen Charakter des Bahnhofs wieder her und gewährleistet gleichzeitig die Sicherheit und den Komfort der Nutzer.
Es fällt auf, dass der Sockel und die Steinpfeiler aus kleinen Kacheln bestehen. Auf Google maps kann man den Glanz besser erkennen. Für unser gewohntes Auge mag so eine feingliedrige Struktur eigenartig wirken, wenn sie gekachelt ist und glänzt, aber im Hinblick auf langfristigen Unterhalt und Ansehnlichkeit war das keine schlechte Wahl. Auch wenn um 1900 Graffitis noch unbekannt waren, war Verschmutzung schon damals ein Problem.
Den Vorzustand sieht man hier. Hoffen wir mal, das nicht wieder ein Unfall diese feine Struktur so nahe an einer Straßengabelung beschädigt.
Riegel: Zur damaligen Zeit dürften die Roßbollen und Salpeterspuren noch ganz gängig gewesen sein - da war eine abwaschfreundliche Verkleidung schon angezeigt.
Einige Leserkommentare sagen einiges aus über das um sich greifende Kulturbanausentum, offenbar auch unter der angeblich so kulturbeflissenen "Zeit"-Leserschaft. Drei Kostproben:
zumlie
Sorry. Kunst und Kultur erzeugen keinen Umsatz. Also unnütz und damit keiner Hilfe wert.
Gustling
Wer nur das Alte bewahrt, verhindert alles Neue.
JetztAberSchnell
Einfach die wertvollsten Gemälde als Opfergabe an Trump verschenken, dann ist die Versicherung schon mal günstiger.
🫣Die Leserkommentare hatte ich noch gar nicht angesehen 🫣 das ist ja gruselig. Ernst nehmen kann man die nicht, schon gar nicht diesen Gustling.
Ernst nehmen kann man die nicht
Doch. Genau so denken die Leute.
Mag sein. Wenn die Menschheit in Krisen allerdings immer nur nach diesem reinen Utilitarismus gehandelt hätte, gäbe es heute weltweit keine historischen Kunstschätze oder Bauwerke mehr. Das wird bei diesem stumpfen „Kunst oder kann das weg“-Reflex völlig übersehen. Daher mag ich solche Frustkommentare nicht ernst nehmen.