Nürnberg - Spezielle historische Ansichten (Galerie)

  • Ja, so schaut er eben aus, der Plärrer, der Ort, wo heute vor 190 Jahren minus 10 Tagen die erste deutsche Eisenbahn losgefahren ist.

    Seinem Namen macht der Plärrer als großer Platz vor der Altstadt alle Ehre. Aber was erwartet Ihr? Zwei- und dreigeschossige Fachwerkhäuser? Rundrum Bauten im Neu-Nürnberger Stil, gebaut in den 60er-Jahren? Als bedeutender Verkehrsknotenpunkt, einem der beiden Plätze, wo sich alle 3 U-Bahn-Linien kreuzen, darf er doch hoffentlich so ausschauen, wie er ausschaut. Nürnberg ist eine Halbmillionenmetropole und das darf man doch auch sehen. Wirklich schlimm schaut die Stadt an vielen anderen Orten aus, aber am Plärrer doch wirklich nicht.

    Bilder aus Vergangenheit und Gegenwart:

    Der Plärrer: Nürnbergs Drehkreuz und Lebensader im Wandel der Zeit
    Die Nürnberger lieben und hassen ihren Plärrer. Er hat seine grauen und schönen Ecken, lässt so manchen Bürger wegen seiner langen Wege verzweifeln. Der Platz…
    www.nordbayern.de

    Darunter auch https://images.nordbayern.de/image/contentid/policy:1.5141065:1506108052/3B392_20160420_085855_app11_01.jpg?f=16%3A9&h=676&m=FIT&w=1200&$p$f$h$m$w=c61a8b2, die Ansicht, die zu dieser Diskussion geführt hat.

  • Aber was erwartet Ihr?

    Ich erwarte gar nichts. Aber ich wünsche mir schon Straßen und Plätze, die trotz Verkehr attraktiv und am besten noch mit lokalem Colorit gestaltet werden. Das hat man ja früher und an anderer Stelle mit einem gewissen Gestaltungswillen auch irgendwie hinbekommen. Erst dieses Jahr war ich zum Beispiel in Lissabon auf der Praca Francisco Sa Carneiro aus den 50er Jahren. Den Link zu Google Maps kann man drehen und sich den ganzen Platz angucken. (Hier) So etwas hätte man, natürlich mit Nürnberger Eigenheiten, auch am Plärrer hinbekommen können, wenn der Wille dazu da wäre.

  • Aus dem Prolog der Eröffnung des Christkindlesmarktes, für 2025 vor 5 Minuten gesprochen:

    Zitat

    Denn alt und jung zugleich ist Nürnbergs Angesicht, das viele Züge trägt. Ihr zählt sie alle nicht! Da ist der edle Platz. Doch ihm sind zugesellt Hochhäuser dieses Tags, Fabriken dieser Welt.

  • Naja, aber der Plärrer war doch, wenn ich das richtig verstanden habe, immer ein Vorstadt-Platz. Und so sieht er nach meinem Empfinden auch heute aus, wie ein Randphänomen angeflascht an die Stadt.

  • Ich habe zwei neue AKs erworben und möchte sie euch gerne zeigen. Ansichten vom unzerstörten Nürnberg um 1930. Ich glaube, groß erläutern muss man dazu nichts. Einfach genießen.

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    In dubio pro reko

    Der größte Feind der Ideologie ist die Realität

  • Rund um die Lorenzkirche. Auf dem ersten Bild erkennt man am oberen Rand die Synagoge am Hans-Sachs-Platz, die 1938 von den Nazis abgerissen wurde.

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    In dubio pro reko

    Der größte Feind der Ideologie ist die Realität

  • Diese Ansicht ist insofern speziell, weil es sich um eine sehr frühe Ansichtskarte aus dem Jahr 1897 handelt. Erst ab etwa 1896 setzten sich Ansichtskarten in Deutschland durch. Bei diesen frühen Ansichten waren neben Lithographien auch Mondscheinansichten sehr beliebt. Ansichtskarten findet man vor allem ab dem Jahr 1899, Karten davor sind Raritäten.

    Ungewöhnlich ist auch das Format von 9.0 x 13.0 cm, weshalb ich überhaupt auf diese Karte aufmerksam wurde. Zuerst dachte ich, dass sie beschnitten ist, was aber kaum der Fall ist. Üblich war damals das Postkarten-Kleinformat von 9.0 x 14.0 cm, und erst ab den 1930er Jahren kam das heute übliche Format von 10.0 x 15.5 cm auf.


    Ak Burg Mondschein Schnee 1897

    Kaiserburg und Tiergärtnertorturm. 1897 gelaufene Mondscheinkarte, Verlag 'Albrecht Nürnberg'..

  • 2025-01-27-10.53.59.jpegIm Jahr 1932 in der Königstraße/Ecke altes Wollengäßchen - Blick nach Süden zum Frauentor, links der "Woolworth".

    SW-Foto Lala Aufsberg Bilddatei-Nr. fm703528 Bildarchiv Foto Marburg

    man.Kolorierung 2025 A.M.

  • Das Wollengäßchen verläuft von der Königstraße zur Pfannenschmiedsgasse

    Die Straßenbezeichnung geht auf den in reichstädtischer Zeit hier befindlichen Wollmarkt und die Wohnung des Wollenschauers zurück. Nach den Kriegszerstörungen wurde im Zuge der Errichtung des Kaufhofgebäudes das ursprünglich weiter südlich verlaufende Wollengäßchen nach Norden auf die Höhe der Breiten Gasse verlegt.

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  • WOLLENGÄBCHEN im Jahr 1911 - zwischen Königstraße und Pfannenschmiedsgasse.

    Der Blick geht nach Westen zur Pfannenschmiedsgasse 20 mit dem Gasthof blaue Traube (ehem. Gasthof zum goldenen Ochsen), hier entstand später das Hertie-Warenhaus.

    Links, mit der Adresse Wollengäßchen 1, ist die Pfundsche Weinstube zu sehen (man beachte das Pfundzeichen, eine kurze Zeit lang hieß das Lokal Deutsches Winzerhaus, vorm. Pfund-Hitzler). Die schrägen Klappen an den Fenstern besaßen an der Innenseite Spiegel um mehr Tageslicht in die Räume gelangen zu lassen.

    SW-Foto Stadtarchiv Nürnberg A38 B56 4

    man.KOLORIERUNG 2024 A.M.

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  • Blick von der Pfannenschmiedsgasse in das Wollengäßchen nach einem Bombenangriff (1943/45).

    Schemenhaft ist im Hintergrund der Ausleger der Pfundschen Weinstube zu erkennen. Im Vordergrund Pfannenschmiedsgasse 11, Pfannenschmiedsgasse 13 ist total zerstört.

    Pfannenschmiedsgasse 15 wurde 1950 wieder aufgebaut um 1960 dem erweiterten Kaufhof Platz zu machen. Das Wollengäßchen an dieser Stelle wurde durch den Kaufhof überbaut, und wurde weiter nördlich auf Höhe der Breiten Gasse neu errichtet.

    SW-Foto Hermann Weber - Stadtarchiv Nürnberg A 57 Nr. L-018-6 a

    man. KOLORIERUNG 2024 A.M.

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  • Der Turmbrand von St. Lorenz 1865


    St. Lorenz Turmbrand 1865

    1902 gelaufene Ansichtskarte, H. Martin, Kunstverlag, Nürnberg.

    In den allgemeinen Baugeschichtsbeschreibungen über St. Lorenz findet man selten einen Hinweis darauf, dass der Aufsatz des Nordturms am 6. Januar 1865 infolge eines Blitzeinschlags Feuer fing. Die Glockenstube blieb zum Glück unversehrt, und der Turmhelm wurde unverändert rekonstruiert.

    Zwei für die damalige Zeit typische, ausführlichste Beschreibungen findet man hinter folgenden beiden Links:

    http://frankenland.franconica.uni-wuerzburg.de/login/data/1960_13.pdf