Nürnberg - Spezielle historische Ansichten (Galerie)

  • Hier noch eimmal Weintraubengasse 2 (Restaurant Krokodil), aber diesmal von der Karlstraße aus. Rechts davon das grandiose Haus Karlstraße 11. Hier fasziniert mich der Giebel.

    Karlstra-e-11-vor-1919.jpg

    Ich gehe davon aus, dass das Haus Weintraubengasse evtl. spiegelbildlich ausgesehen haben könnte. Dieses dürfte sowieso älter und historisch bedeutender gewesen sein als es von außen wirkt, wenn man sich diese Innenausstattung ansieht:




  • (Der Beitrag von Frederic bezieht sich auf diesen Beitrag weiter oben)

    Das ist wirklich eine schöne Aufnahme des Ensembles. Das 'Krokodil' kommt hier irgendwie gefällig daher, auch wenn es überladen ist im Gegensatz zum schlichten Nachbar. Aber die beiden Chörlein verbinden die Häuser wieder. Auf den ersten Blick meint man, auf eine gotische Giebelwand eines dahinterliegenden Nachbaurhauses zu blicken, tatsächlich ist es aber nur ein schlichter barocker Giebel, der vor den Blendarkadengiebel gemauert worden ist, um ihn quasi zu verdecken. Das Haus wirkt so, wie wenn man mit der Anbringung des Chörleins und dem Einbau dieser prachtvollen Stuckdecke ein barockes Gesamtkunst erstellen wollte, den gotischen Giebel aber als störend empfand.

    (Edit.: Die Stuckdecke befand sich im 'Krokodil', s. nächsten Beitrag.)

    Die Vormauerung dieser eigenwilligen Giebelkontur war vielleicht möglich, falls der Blendarkadengiebel gegenüber den Vollgeschossen etwa 20 cm zurückstand, wie beispielsweise auch bei Theresienplatz 1, Weinmarkt 2 und diesem Gebäude, dessen Standort ich nicht kenne .

  • Auf den ersten Blick meint man, auf eine gotische Giebelwand eines dahinterliegenden Nachbaurhauses zu blicken, tatsächlich ist es aber nur ein schlichter barocker Giebel, der vor den Blendarkadengiebel gemauert worden ist, um ihn quasi zu verdecken.

    Das Haus wirkt so, wie wenn man mit der Anbringung des Chörleins und dem Einbau dieser prachtvollen Stuckdecke ein barockes Gesamtkunst erstellen wollte, den gotischen Giebel aber als störend empfand.

    Redest du hier gerade von der Karlstraße 11? Die Stuckdecken waren aber doch im Krokodil Weintraubengasse.

    Das unbekannte Gebäude war Kaiserstraße 25. Hier ein Bild kurz vor dem Abriß im Jahre 1910:

  • Oha, das war ein Missverständnis. Beim Lesen deines Beitrags ordnete ich die Stuckdecke fälschlicherweise Karlstr. 11 zu, anstatt dem 'Krokodil'. Ich habe das oben korrigiert.

    Und danke für die Adresse von Kaiserstr. 25. Es gab einmal in den 'Nürnberger 'Altstadtberichten' einen Beitrag über dieses Haus und seinen Nachfolger, wusste aber nicht mehr in welcher Nummer. Dann gab es also an dieser Passage zwischen Adler- und Kaiserstrasse (Köpfleinspassage; das Google maps-Bild zeigt die Gegenrichtung) gleich vier bedeutende Giebelwände, drei gotische Blendarkadengiebel und einen Renaissancegiebel. Ich werde an anderer Stelle darauf zurückkommen. Alle vier sind heute verschwunden, zwei schon vor dem Krieg und zwei durch den Krieg, wobei das Gebäude Adlerstrasse 28 (im historischen Bild links im Hintergrund) heute immer noch besteht, aber vereinfacht wiederaufgebaut worden ist.

    Ich gehe davon aus, dass das Haus Weintraubengasse evtl. spiegelbildlich ausgesehen haben könnte.

    'Könnte' ja, ich würde aber eher weniger davon ausgehen. :wink: Die beiden Fassaden standen ganz leicht abgewinkelt zueinander, was gegen einen gemeinsamen Kern spricht. Und Pultdachhäuser waren in mittelalterlichen Städten gang und gäbe. So war auch das heute noch bestehende Haus Albrecht-Dürer-Str. 6 (Restaurant 'Albrecht-Dürer-Stube') nach 1437 sicher von Anfang an als ein 'halbes Haus' errichtet worden, wie viele andere schmale Kopfbauten auch.

  • Die Partie um das 'Goldene Haus' an der Pegnitz war auch eines der beliebtesten Postkartenmotive in Nürnberg. Nun habe ich eine Kunstkarte mit diesem Motiv gefunden, von der ich hier bereits eine Schwesterkarte mit der Laufertormauer gezeigt hatte. Es handelt sich um stark überarbeitete Fotos, die wohl bei Tageslicht aufgenommen, aber mit dem Pinsel auf Mondscheinnacht getrimmt wurden. Mondscheinkarten waren um 1895/1910 sehr beliebt, und meistens wurde auch ein Vollmond eingefügt. Bei diesen beiden Exemplaren fehlt aber der Mond. Die Karte mit der Laufertormauer ist 1931 versandt worden, weshalb man die Ansicht hier ebenfalls mit 'um 1930' datieren kann.

    Über das 'Goldene Haus' habe ich mich im Fachwerkstrang ausführlich mit seiner baugeschichtlichen Rekonstruktion auseinander gesetzt.


    Ak-Pegnitz-Goldenes-Haus.jpg

    Pegnitzpartie mit dem 'Goldenen Haus'. Ungelaufene Ansichtskarte um 1930, Verlag E. Nister, Nürnberg.