Gut möglich. Die Fensterform würde mE schon eher für 60er sprechen. Aber dieses Schwarz-Weiß kann ich mir für die 60er (und 70er) nicht vorstellen. Auch gab es so um 1980 bei wenigen, modebetonten Gebäuden mal den Hang zum "Millimeterpapier", und die Platten kommen mir schon so ein bißchen in diese Richtung vor. So bißchen Dallas für Arme, Schwarz-Weiß statt Spiegel.
Offenbach am Main (Allgemeines)
-
-
Also, ich habe mal zwei ältere Fotos recherchiert.
Am ersten Foto steht, das sei aus den 50/60er Jahren. Da ist rechts schon das Kaufhof-Gebäude so zu sehen, wie bislang. Ob das Foto wirklich aus den 60ern ist, vermag ich nicht zu sagen. Es könnte auch aus den 70ern sein. Hinsichtlich der 80er kann ich mich statt des Neckermann-Geschäfts links nur an den Karstadt erinnern, der diesem folgte. Ich denke also, dass das Bild vor den 80ern entstand, somit die Fassade zumindest bereits in den 70ern so aussah:
Bildergalerie: Offenbach damals und heutewww.op-online.deEin zweites Foto, auf dem das Gebäude links zu sehen ist. Dass die Lamellenbänder heller wirken, hat meines Erachtens nur mit der Fotoqualität zu tun. Das Foto ist von 1977. Ich sehe an den Lichtseilen die Hinweisschilder zur 1000-Jahr-Feier der Stadt. Die Stadt ist 977 erstmals erwähnt worden. Damals gab es die Fassade also schon.
Historie: So sah die Station Mitte früher ausEin Gebäude im Wandel der Zeit: Die Station Mitte hat schon einiges erlebt, denn der älteste Gebäudeteil ist bereits mehr als 100 Jahre alt.www.offenbach.de -
Ah ja, bei offenbach.de steht, daß das Gebäude 1968 modernisiert wurde und verkleidet. - Fassadenverkleidungen kamen in den 1960ern ab und an mal vor, es gab mal diese vorgehängten flirrenden Metallblättchen (ein Kaufhaus in Zürich, möglicherweise Jelmoli, hatte das damals - ich war damals ein Kind, und dies faszinierte mich bei meinem ersten Zürich-Besuch, so daß ich mich heute noch daran erinnere -; ein Londoner Kino war noch Jahrzehnte später für diese Blättchen bekannt), vorgesetzte Musterelemente (wie bei der Benjamin-Franklin-Klinik in Berlin), und an Bauernhöfen und EFHn die berüchtigte Eternitplattenverkleidung. Zudem war in den 60ern rechtwinklig-eckig Mode, nachdem es in den 50ern eher geschwungen war und in den 70ern abgerundete Ecken üblich wurden, wurde es in den 80ern auch wieder eckig.
-
Beim Ledermuseum besteht seit ein paar Jahren der Drang bestimmter Personen, sich irgendwie zu profilieren, was dann in vielerlei Verschlimmbesserungen mündet. Nun soll es u.a. der bislang durch Sandsteinelemente schön gegliederten Fassade für einen hohen Millionenbetrag an den Kragen gehen, um einen weiteren belanglos weißen Kasten aus dem Gebäude zu machen. Man kann nur beten, dass ihnen das Geld rasch dafür ausgeht.
„Hochglanzprojekt nicht vorgesehen"www.op-online.deSo ist das derzeitige Erscheinungsbild:
Deutsches Ledermuseum – Wikipediade.wikipedia.org -
Ich drücke die Daumen, daß das Geld ausgeht. Dieses völlige Weißtünchen grenzt ja an Vandalismus.
-
Ich frage mich, wie man ein unter Denkmalschutz stehendes Gebäude überhaupt so stark umgestalten kann.
-
frederic: hm, ich sehe da nichts Umgestaltetes, die Fenster sind alle gleich wie vorher. Nur eben die Absetzungen in Naturstein und Ziegel(?) schändlich weiß übertüncht.
-
Also gleich wie vorher sind die Fenster nicht. Sie haben zum Einen kastenförmige Rahmen erhalten. Im Erdgeschoss sind die Fenster nun bodentief ausgeführt. Zudem ist die vertikale Sandsteingliederung der Fenster im Eingangsbereich verschwunden. Das noch zusätzlich zur Entfernung oder technisch fragwürdigen Überpinselung der Sandsteinelemente des Eingangsportals.
-
Hm, daß die Fenster unten bis Bodentiefe geöffnet werden sollen, könnte sein, bei den Umrahmungen bin ich bis jetzt aber davon ausgegangen, daß deren Hervortreten nur durch die andere Beleuchtung zustandekommt. Das Rendering zeigt mA eine Beleuchtung, die es real nie geben wird, mit Tageslicht und so hellen Fenstern.
-
Also, da gibt es doch gar nichts zu deuteln. Die Fenster sind in der Entwurfskizze im Erdgeschoss bodentief ausgeführt. Und die neuen Faschen stehen deutlich aus der Fassade heraus. Derartige Faschen, oft aus Metall ausführt, finden sich heute an vielen Neubauten. (Siehe z.B. hier oder hier oder hier) Kann man toll finden oder eine Verbesserung, aber auf jeden Fall werden die Fenster verändert. Aber am schlimmsten ist die Entfernung des Sandsteins.
Allerdings ist das bislang eine Magistratsvorlage, die noch nicht im Stadtparlament abgestimmt ist. Gleichwohl dürfte seitens der regierenden Ampel-Koalition bei der Abstimmung kaum Widerstand zu erwarten sein.
-
Also ich sehe hier auch stärkere Veränderungen. Und selbst wenn es nur der Sandstein und die Farbe wären, halte ich das für mehr als grenzwertig, was den Denkmalschutz betrifft.
-
Ich habe mir die Bilder jetzt in groß angeschaut und den Artikel in Wikipedia nachgelesen, von wann der Bau eigentlich ist. Ihr habt recht, die wollen tatsächlich die Faschen stark verändern - mehr 1938 wagen, sozusagen, denn 1828 war man mit Fensterumrahmungen - zumal für Lagergebäude - doch wohl eher sparsam.
-
Die Hochhausruinen am Ortseingang zu Frankfurt / Kaiserlei werden abgerissen und machen dem neuen "Kaiserviertel" in Blockrandbauweise Platz.
KWU-Gerippe: Schandfleck am Kaiserlei wird abgerissenwww.op-online.deKaiserviertel OffenbachViele Jahre lag das frühere KWU-Areal am Kaiserlei mit seinen weithin als „Gerippe“ sichtbaren Türme am westlichen Offenbacher und östlichen Frankfurter…www.abg.de -
Nicht daß die neuen Häuser so besonders schön wären, aber ihr Volumen und diese Blockrandbebauung sind sehr viel besser.
-
"Wikos" hat im APH-Forum darauf hingewiesen, dass im Zuge der Umbaumaßnahmen des alten Kaufhof-Gebäudes zur "Station Mitte" nun auch der erhaltene Rest der historischen Sandsteinfassade, der viele Jahrzehnte lang unter Metallplatten verborgen war, freigelegt wurde. Er wird überarbeitet und in das neue Erscheinungsbild integriert.
Sie ist wieder da: Die alte Sandsteinfassade ist freigelegtDie Umbauarbeiten für die neue Station Mitte im Herzen von Offenbach haben begonnen. Zu den ersten Arbeiten gehörte die Demontage der Aluplatten von der…www.offenbach.deSo sah das Gebäude seit den 1960er Jahren aus:
https://www.1730live.de/wp-content/uploads/2024/01/r_0119_miot_BTGAC_Plasma_Kaufhof.jpg
Hier sieht man, wie das fertig sanierte Gebäude im nächsten Jahr aussehen soll:
Der Umbau der Station Mitte kann beginnenDie Entscheidung für die Beauftragung eines Generalübernehmers ist getroffen. Die Historische Fassade wird erhalten. Der Beginn erfolgt im 1. Quartal 26.www.offenbach.de -
Der aktuelle Stand der Station Mitte. Man sieht, dass die historische Fassade in manchen Teilen durch die Anbringung der Plattenaufhängung beschädigt wurde. Ich hoffe auf eine Fassadenreparatur dieser Stellen. An der Straßenecke sieht man noch Reste der Platten. An dieser Stelle aber gibt es keine historische Fassade mehr. Sie wird vielmehr gänzlich neu gestaltet. Aber auch das wird ein Gewinn gegenüber dem Vorzustand.




---------------------
Zwei Bonusbilder um die Ecke aus dem bunten Offenbach:
Ein Geschäft für asiatische Kleidung zeigt im Schaufenster traditionelle Kleider aus Afghanistan, aus einer Zeit, als die Burka offenbar noch nicht zum Markensymbol des Landes avancierte.


-
Ja, diese herrliche, lebensfrohe afghanische Mode! Das belebt das triste Offenbach!
Evangelische Mode zeigt sich eher in solidem Grau:
Lukas + Matthaeusgemeinde / Meixner Schlüter Wendt
Da muß man jetzt nicht schon wieder mäkeln. Die frühe Kirche hat sich auch in den Katakomben versammelt, nun sind es halt Bunker!
-
Exakt das wollte ich auch schreiben. Wenn die Kirchengemeinde wegstirbt, kann man das Gebäude nahtlos in einen Bunker umwandeln. Optisch würde die neue Nutzung sogar besser passen.
-