Berliner Molkenmarkt
Riesige Brache wird zum neuen Viertel
Berliner Molkenmarkt: Riesige Brache wird zum neuen Viertel | Berliner Zeitung
Berliner Molkenmarkt
Riesige Brache wird zum neuen Viertel
Berliner Molkenmarkt: Riesige Brache wird zum neuen Viertel | Berliner Zeitung
Berlin wird durch Verdichtung im Innenstadtbereich auf jden Fall wieder urbaner und lebendiger werden. Allerdings wird es wohl mittelfristig eher eine Stadt wie London mit seinen vielen Brüchen als wieder eine homogene europäische Metropole wie Prag, Paris oder Amsterdam.
Es wäre sehr schön, wenn sich auch Rekonstruktionen durchsetzen liessen, aber die Stadt wird in jdem Fall interessanter werden als in den letzten Jahrzehnten mit seinen riesigen Brachflächen und Randzonen.
aber die Stadt wird in jdem Fall interessanter werden
Das gelingt aber nicht mit dem ewig gleichen Investorenmurks. Rekonstruktionen würden Berlin wieder verstärkt zu Berlin machen und nicht zu einer x-beliebigen Modernistenwüste.
Langweilige Wohnblöcke? Das könnte am Molkenmarkt gebaut werden
Langweilige Wohnblöcke?: Das könnte am Molkenmarkt gebaut werden | Berliner-Kurier.de
Berlin in historischen Aufnahmen
Der Molkenmarkt - wie er war und wie er wird
Am Molkenmarkt in Berlin standen einst gediegene Bürgerhäuser | Berliner Zeitung
Soso, es äußerte sich ein Herr vom "Verein Forum Stadtbild" *ggg*... immerhin scheinen sich einige Engagierte eingefunden zu haben, die Stadtreparatur wollen und nicht Betonverguß.
Nachdem nun eh kaum einer noch bauen will in Berlin, kann man ja wieder mal an den Bebauungsplänen schrauben, oder so. Aber ob die Bürger da genug Antritt haben, diesen Senat noch in die richtige Richtung zu schieben, steht dahin.
Bilder aus Berlins historischem Zentrum
Ein Geschichtsbuch unter der Erde
Auf dieser Webseite steht, dass als Baubeginn August 2030 anvisiert wird (Für die Blöcke A und B), also erst in sechs Jahren. 2034 hofft man dann, die Bauten fertiggestellt zu haben.
Es ist eigentlich unfassbar, in welchem Schneckentempo mittlerweile in Deutschland Neubauvorhaben umgesetzt werden. Zumindest wenn es über das schnelle Aufrichten von Containern oder Betonblocks hinaus geht.
Naja, ein Teil der Langsamkeit mag auch auf die Archäologen zurückgehen:
Molkenmarkt in Berlins Mitte: Enge Vorgaben für Wiederaufbau-Projekt
Baustart nun erst 2029. Schneckentempo. So wird es aber nichts mit den vollmundig erklärten Wohnungsbauzielen unserer Politiker.
Wohnungsbau am Molkenmarkt: Initiative kritisiert Baustart ab 2029
Neues Stadtviertel am Berliner Molkenmarkt: Baubeginn erst 2029, kein Einzug vor 2032
Sobald die Gefahr besteht, irgendwo könnte eine Rekonstruktion aus der Zeit vor Bauhaus und der göttlichen Lichtausschüttung vom 8.5.45 drohen, ist "The Guardian" Oswalt zur Stelle, um mit seinen "Petitions"-Superkräften dagegen anzukämpfen.
Diesmal geht es um die Zukunft des Grauen Klosters.
Zitat aus 1:
ZitatFür Professor Philipp Oswalt gibt es eine Erklärung für das „unverständliche Wohlwollen des Senats“ gegenüber dem Vorgehen der Stiftung: „Schließlich fügt sich Profil und Zielsetzung der Stiftung bestens in den konservativ-elitären Anspruch der Rekonstruktionsbefürworter an dem Ort.“
Ach so, ich dachte immer, Professoren gehören hierzulande eigentlich zu einer kleinen privilegierten Elite. Also dürfte sich Oswalt doch eigentlich am Begriff "elitär" kaum stören, oder? Es geht als nur um das "konservativ". Das ist zu vermuten. "Progressiv-elitärer Anspruch" wird ja wohl selbst vertreten.
Zitat aus 2:
ZitatDie Einigung löst politische Debatten aus. Katalin Gennburg [MdB Die Linke] und Philipp Oswalt erstatteten Anzeige wegen des Verdachts auf Veruntreuung öffentlichen Vermögens.
Als Professor verdient man in Hessen in der Regel zwischen 7.344,45 bis 8.491,85 Euro. Es muss gefragt werden, ob eine so hohe Besoldung eigentlich moralisch gerechtfertigt ist angesichts von vielen Menschen, die sich den Rücken krumm schuften, um halbwegs finanziell über die Runden zu kommen, also die Miete zu zahlen, den Lebensunterhalt. Von den Einkünften von Bundestagsabgeordneten brauchen wir auch nicht zu reden. Ist es nicht - wenn schon keine Veruntreuung - irgendwie obszön, ein solches Gehalt auf Kosten der Öffentlichkeit zu beziehen und dann noch scheinbar so viel Zeit neben der Arbeit zu haben, ständig private Pressemitteilungen zu tätigen, Anzeigen zu erstatten, Petitionen zu formulieren usw.? Ich denke, wer glaubhaft ein solch hohes Ross der sozialen vermögenspolitischen Verantwortung bedienen will, der sollte auf einen Großteil seines eigenen Vermögens verzichten. 1500 Euro im Monat sollten zum Leben reichen.
Ich übernehme mal dieses Interview, dass "Spreetunnel" im Stadtbild-Forum gepostet hat und zitiere ein wenig daraus. Ich weiß nicht, ob Petra Kahlfeldt alle Aussagen bierernst nimmt oder sich ein bisschen absichern möchte, damit die ganzen Modernisten in ihrer Umgebung ruhig bleiben und sie nicht zerfleischen. Aber die Aussagen zur künftigen Gestaltung des Molkenmarkt-Areals sind ernüchternd und werden dem besonderen Ort natürlich kaum gerecht:
Zitate Kahlfeldt:
ZitatSie werden nicht einmal eine gründerzeitliche Anmutung haben. Es wird ein Quartier mit innerstädtischer Dichte, Höhe und Nutzungsvielfalt sein. Bei aller Faszination für die Baustile der Vergangenheit: Wir müssen nun einmal für hier und heute planen. (...) Solche aufwendigen Rekonstruktionen kosten richtig viel Geld. Das italienische Com’era, dov’era – wie es war und wo es war – ist nicht der Berliner Weg. Man muss sich die Wirtschaftlichkeit genau anschauen und das Geld gut einsetzen, wo es zur Geltung kommt: in hervorragend komponiertem Städtebau, schönen öffentlichen Räumen und wirtschaftlicher Effizienz beim Hausbau. (...) Auch ich habe den größten Respekt vor dem Nikolaiviertel. Aber es kann doch keinen verwundern, dass 40 Jahre später anders gebaut wird als damals. Noch einmal: Berlin wächst. Es geht uns wie vielen Großstädten: Wir haben einen wahnsinnigen Bedarf an Wohnungsbau. Wir wollen eine bewohnte Innenstadt haben, wir brauchen auch Klimaanpassungen. Hier jetzt so ein dreigeschossiges Folkloredorf zu bauen, ist absolut die falsche Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit.
Dieses Zitat sagt indes viel Wahrheit aus:
ZitatJede Zeit hat die Architektur, die sie verdient. Prosperierende Zeiten bringen oft Bauten hervor, die innovativer oder weniger bescheiden sind als die in Zeiten knapper Kassen.
Offenbar verdient also diese auf Profitmaximierung und Wegwerf-Konsum fixierte geschichtsvergessene Zeit nichts besseres. Das ist doch eine Aussage (wenngleich von mir interpretiert). Und es wird offen zugegeben, dass die fetten Jahre verfressen und vorbei sind. Das an alle diejenigen gerichtet, die meinen, dass es uns doch gut gehe und wir z.B. weiteres Geld in afghanische Hosentaschen oder peruanische Radwege stecken könnten (auch wenn derlei Zusammenhänge weggeblendet werden).
Im Deutschen Architektur-Forum sind die Wettbewerbsergebnisse für den Block B/1 zu sehen. Sie wirken, abgesehen vielleicht von blrm Architekt*innen, recht gefällig. Gleichwohl würde ich mir natürlich die ein oder andere Fassadenrekonstruktion/Bezugnahme zur Geschichte wünschen.
Allerdings schreibt dort "DickesB":
ZitatAbwarten!
Laut eines Berichts von Entwicklungsstadt.de liegen die Baukosten der aktuellen Entwürfe deutlich über den festgelegten Richtwerten. So überschreiten die Baukosten für die erstplatzierten Entwürfe insgesamt 60 Mio Euro. Gemäß dem Auslobungstext werden aber Baukosten-Richtwerte von insgesamt 48,7 Mio. Euro verbindlich vorgegeben. Die Baukosten für die Koszengruppen 300 und 400 analog DIN 276 belaufen sich wohl auf 4.500 EUR/m². Laut Aussage von WBM-Geschäftsführer Lars Dormeyer in einer Anhörung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen des Abgeordnetenhauses am 30. Juni 2025 ist das Projekt aber nur finanzierbar, wenn die Baukosten für die Kostengruppen 300 und 400 maximal 3.580 EUR/m² betragen.
Es bleibt also abzuwarten, ob die Entwürfe am Ende so aussehen.(...)
Aufgrund meiner Erfahrungswerte gehe ich pessimistisch davon aus, dass die am Ende gebauten Gebäude kaum noch mit den Entwürfen übereinstimmen werden.
Er verweist auf den Artikel in "Entwicklungsstadt":
Neubauten am Molkenmarkt: Initiative fordert Gestaltung nach historischem Vorbild